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Ärger um Auftrittsverbot für Circus Probst in Dormagen

Vorstellungen in Dormagen wegen Corona-Krise untersagt : Circus Probst und Stadt einigen sich

Das Auftrittsverbot wegen der Corona-Krise bringt Artisten in Finanznot. Die Stadt kommt ihnen entgegen. Der Zirkus reist jetzt zurück in sein Winterquartier.

Gerade haben sich die Kamele an ihre neue Umgebung gewöhnt, genießen die frische Dormagener Luft, da werden sie schon wieder in die Transporter verladen. Das Coronavirus macht Auftritte des Circus Probst auf dem Schützenplatz unmöglich und bringt den Familienbetrieb in arge Nöte. Erst nach etlichen Gesprächen mit der Stadt wurde eine Einigung erreicht, die die größten finanziellen Sorgen beseitigt, die sich das Unternehmen durch den Wegfall von Einnahmen macht.

„Wir waren schon mehrere Male hier in Dormagen. Das Auftrittsverbot trifft uns jetzt sehr unerwartet“, erzählt Sonja Probst, die auch die Öffentlichkeitsarbeit des Familienbetriebs macht. Für die neue Saison ist schon längst alles geplant. So sind schon alle Flyer, Plakate und Eintrittskarten für die nächsten zehn Städte gedruckt. „Wir sind mit rund 100.000 Euro in Vorkasse gegangen. Wir müssen die Versicherungen, Spritkosten, Platzmiete, Kaution, Strom, Wasser, Gehälter und Tierfutter bezahlen“, erzählt Probst. „Das sind Kosten auf denen wir jetzt sitzen bleiben, weil kein Geld reinkommt. Das ist für uns eine ganz große Existenzbedrohung.“

Rund 50 Leute sind im Circus Probst betroffen, die jetzt auf unbestimmte Zeit kein Einkommen haben. Hinzu kommt das Problem, dass die Zirkusleute aus verschiedenen Ländern zusammenkommen. Die extra eingeflogenen Artisten können jetzt aufgrund der absehbar längeren Zeit ohne Auftritte nicht einfach wieder nach Hause reisen.

Normalerweise hätten in dieser Woche die ersten Vorstellungen stattfinden sollen. Probst erzählt: „Die erste Woche in einer Stadt widmen wir dem Aufbau und den Proben. Anschließend haben wir immer zwei Vorstellungen am Tag.“ Erst am 23. März wollte der Zirkus in die nächste Stadt reisen. Aber es sind eben keine normalen Zeiten.

Mit ihren Existenzsorgen fühlten sich die Inhaber des Zirkus anfangs allein gelassen, denn es war nicht klar, ob sie Platzmiete, Kaution und weitere Kosten von der Stadt zurückerhalten würden. „Wir sitzen hier fest und wissen nicht, wie wir die laufenden Kosten decken sollen.“

Stadtsprecher Max Laufer betont: „Ich habe Verständnis für die Existenzängste der Menschen, aber die Gesundheit aller hat im Moment höchste Priorität.“ Inzwischen haben sich Zirkus und Stadt auf eine Abstandssumme geeinigt und für die Familie Probst ging es zurück in ihr Winterquartier nach Essen. Ob und wann es eine Rückkehr und ein Nachholen der Auftritte geben wird, ist derzeit ungewiss.