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Dormagen: Ärger über Wartezeit in der Postbank-Filiale

Dormagen : Ärger über Wartezeit in der Postbank-Filiale

Rentner Hans-Jürgen Ziener kritisiert unfreundliches Personal, lange Wartezeit und fehlende Diskretion in der Filiale Römerstraße.

Eigentlich hatte sich Hans-Jürgen Ziener vorgenommen, die Postbank-Filiale an der Römerstraße nicht mehr zu betreten. Am vergangenen Freitag musste er es tun. "Weil dort ein Paket für mich hinterlegt war", sagt der Rentner. Was er dort mittags erlebte, bestätigte ihn in seinem Urteil über diese Filiale: "Unfreundliches Personal, lange Wartezeiten, mangelnde Diskretion." Das hat er dem Unternehmen auch schriftlich mitgeteilt.

Drei Versuche unternimmt Ziener, um an sein Paket zu kommen. Erster Akt: Gegen 9.45 Uhr stehen acht Kunden vor den mit zwei Angestellten besetzten Schaltern. "Nachdem sich fünf Minuten lang nichts getan hat und die Schlange auf 13 Wartende gewachsen ist, bin ich erst mal wieder gegangen." Versuch Nummer zwei folgt um kurz nach elf Uhr. Jetzt sind es elf Menschen im Wartebereich. "Ich habe dann auf die Uhr gesehen: Sieben Minuten lang hat sich nichts an den Schaltern getan", sagt Ziener.

"Ich hätte demnach eine Stunde warten müssen." Das wollte der 71-Jährige dann doch nicht und lässt es auf einen dritten Versuch ankommen. Da ist es 12 Uhr. Er scheint Glück zu haben, denn nur vier Wartende stehen in der Schlange. Allerdings wird einer der beiden Schalter eine halbe Stunde lang von Kunden belegt, die offenbar Geld ins Ausland überweisen wollen. "Von einer notwendigen Diskretion war nichts zu hören", sagt Ziener, "das konnten alle Wartenden mitverfolgen."

Er selbst wird zehn Minuten später bedient. Nach eingehender Prüfung seines Abholscheins verschwindet der Postbank-Mitarbeiter in den hinteren Bereich der Filiale. "Nach zehn Minuten, in denen er sich dort hörbar für alle mit einer Kollegin unterhalten hat, tauchte er wieder auf."

Sein Paket bekommt der Dormagener aber immer noch nicht. "Es beginnt nämlich ein Palaver um die Auslandsüberweisung der Kollegin, die offenbar nicht weiter weiß. Nach weiteren sieben Minuten versuche ich, das Paket an mich zu bringen, was der Angestellte aber verhindert." Noch einmal vier Minuten vergehen aufgrund von Formalitäten. Nach insgesamt 25 Minuten – "die Leute stehen inzwischen bis in den Eingangsbereich" – hält Hans-Jürgen Ziener sein Paket endlich in Händen.

Ein Einzelfall? Das glaubt der Rentner nicht. "In dieser Filiale wird man oft von oben herab behandelt, die Wartezeiten sind enorm." Ein Sprecher der Postbank versicherte gestern, dass man "größten Wert auf einen korrekten, freundlichen und hilfsbereiten Umgang" mit den Kunden legt. Ziel sei es, 90 Prozent der Kunden in den Finanzcentern in "spätestens fünf Minuten" zu bedienen. Der Sprecher räumte allerdings ein, dass es "in Spitzenzeiten wie am Monatswechsel oder zu bestimmten Tageszeiten zu unangenehmen Wartezeiten gekommen ist". Das sei auch am vergangenen Freitag der Fall gewesen.

"Grund dafür ist die derzeit eingeschränkte Personalsituation, die durch Erkrankungen entstanden ist. Das war für die Verantwortlichen leider so nicht vorhersehbar." Rentner Ziener hätte Verständnis gehabt, so sagt er, "wenn von den Postbank-Mitarbeitern mal eine kleine, freundliche Entschuldigung gekommen wäre, dass man so lange hat warten müssen". Sein Entschluss steht fest: Er bevorzugt die Filiale in Nievenhein, "die ist klein und fein".

(NGZ)