Dormagen: Ältere wünschen sich wieder ein Seniorenkino

Dormagen: Ältere wünschen sich wieder ein Seniorenkino

Seit dem Betreiberwechsel des Kinos im Dormacenter steht das beliebte Angebot nicht mehr auf dem Spielplan. Das bedauern viele.

"Was das Herz begehrt", "Anna Karenina", "Die Feuerzangenbowle" oder auch Hape Kerkelings unter dem Titel "Ich bin dann mal weg" verfilmte Erfahrungen und Erlebnisse auf dem Jakobsweg: All diese Streifen und noch viele mehr waren schon im Dormagener Seniorenkino zu sehen. Doch das Angebot, das viele Jahre Mittwochsnachmittags einen festen Platz im Dormagener Veranstaltungskalender hatte, ist still und leise gestorben. Nach der Schließung des Cineplex und der Übernahme des Filmhauses im Dormacenter durch "Dein Kino" stehen Vorstellungen speziell für ältere Menschen nicht mehr auf dem Spielplan.

Und das wird von vielen bedauert, wie Heinz Schneider vom Caritasverband des Rhein-Kreises und vom Netzwerk 55plus Dormagen aus diversen Nachfragen ableiten kann. "Ich bin schon oft angesprochen worden. Die Leute wollen wissen 'Wann geht's wieder ?' und erzählen mir: 'Wir vermissen das Seniorenkino'", berichtet Schneider auf Anfrage unserer Redaktion.

Dabei gehe es vielen Älteren gar nicht allein um das Filmvergnügen. "Sie wünschen sich auch das gesellige zurück, das gemeinsame Kaffeetrinken und Kuchenessen, das ja zu den Vorstellungen im Seniorenkino dazugehörte", weiß Heinz Schneider. Sogar in der Nachbarkommune Rommerskirchen, die über kein eigenes Kino verfügt, hatten das Programm im Rahmen des Dormagener Seniorenkinos viele Freunde. Das dortige Netzwerk Rommerskirchen 55+ veröffentlichte die Ankündigungen stets in seinen monatlichen Rundbriefen. Inzwischen haben sich die Verantwortlichen dort anders orientiert: Sie kündigen unter "Kino 50+" nun für Ältere geeignete Filme an, die im Grefi Kino in Grevenbroich laufen. Zuletzt war dort Anfang Februar an einem Freitagnachmittag ab 14.30 Uhr die Geschichte von "Victoria und Abdul" zu sehen.

  • Dein Kino : Seniorenkino mit neuem Angebot

Ende des vergangenen Jahres hatten sich Alexa Neuhaus (Seniorenberatung Dormagen), Ellen Schönen-Hütten aus der Stadtverwaltung, Ute Felske-Wirtz (stellvertretende Vorsitzende des örtlichen Seniorenbeirats) und Heinz Schneider mit dem Betreiber von "Dein Kino", Oral Karaarslan, zu einem Gespräch getroffen. "Wir haben ihm deutlich gemacht, dass wir gerne mit ihm kooperieren würden und gerne an dem früheren Termin, dem ersten Mittwoch im Monat, für das Seniorenkino festhalten würden", berichtet Heinz Schneider. Auch habe man dem Betreiber zugesagt, die eigenen Kontakte zu älteren Menschen zu nutzen und für das Angebot zu werben. Doch nach dem Treffen habe es bislang keine Rückmeldung gegeben, sagt Schneider.

Der Versuch unserer Redaktion, Betreiber Karaarslan gestern für eine Stellungnahme zu erreichen, scheiterte. Auch eine Anfrage zum Thema Seniorenkino über das Kontaktformular auf der Internetseite von "Dein Kino" blieb gestern zunächst unbeantwortet.

Alternativen für filmbegeisterte und gesellige Senioren sind in der Chemiestadt derzeit noch nicht in Sicht. Nichtsdestotrotz wollen sich einige der in der Seniorenarbeit in Dormagen engagierten Verantwortlichen laut Schneider perspektivisch zusammensetzen, um über das Thema zu beraten. "Denn die vielen Rückmeldungen der Senioren, die das Angebot gerne wieder nutzen würden, betrachten wir natürlich auch als eine Art Auftrag an uns", sagt er.

(ssc)