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ADFC-Umfrage: Dormagen gehört zu den fahrradfreundlichsten Städten 2019

ADFC-Umfrage : Fahrrad-Studie: Dormagen auf Spitzenplatz

Im bundesweiten Vergleich punktet die Stadt besonders mit sicheren Straßen. Es gibt aber auch Kritik, etwa an den Leihstationen.

Die Stadt Dormagen gehört zu den fahrradfreundlichsten in Deutschland. Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten „Fahrradklima-Test“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hervor. In der Studie erreicht Dormagen in der Kategorie Städte zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern Platz fünf von 104. Im NRW-Gesamtvergleich liegen nur die Städte Münster, Wesel und Kleve vor Dormagen. Damit bestätigen sich die guten Bewertungen aus den vergangenen Jahren. „Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass Dormagen erneut unter den Top zehn landen konnte“, sagt Peter Tümmers, Fahrrad-Beauftragter der Stadt.

An der Studie des ADFC haben in Dormagen 77 Radfahrer teilgenommen. Sie haben die Durchschnittsnote 3,5 vergeben. Fahrradfahrer schätzen besonders die hohe Sicherheit auf Dormagens Straßen. In den Umfragebögen gaben sie an, dass Radeln auch dann noch Spaß macht, wenn sie sich die Straße mit den Autos teilen müssen. Die Erreichbarkeit des Stadtzentrums hat mit der Note 2,2 in Dormagen die beste Bewertung erhalten. Aber nicht alles läuft gut. Kritik gibt es am Angebot von Leihrädern, das die Teilnehmer als zu gering einstufen. Dafür verteilten die Radfahrer eine 4,9. Außerdem gebe es zu wenig Möglichkeiten, das Rad in Bus und Bahn mitzunehmen und im Winter seien die Radwege kaum gesichert.

Verkehrsplaner Tümmers selbst sieht die Gesamtnote etwas höher als die Teilnehmer. „In manchen Kategorien müssten wir meiner Meinung nach etwas besser abschneiden“, sagt er. Etwa bei der Falschparkerkontrolle auf Radwegen. Die wurde im Test mit 4,5 bewertet. „Das kann ich nicht nachvollziehen. Der einzige Ort, an dem die Wege wirklich oft zugeparkt werden, ist vor der Rathausgalerie. Und dort kontrolliert das Ordnungsamt bereits verstärkt“, so der Fahrradbeauftragte weiter. Das könne aber auch daran liegen, dass in solchen Umfragen eher Leute mitmachen, die etwas zu kritisieren haben, als diejenigen, die zufrieden sind. Zudem seien 77 Teilnehmer einfach zu wenig. Zum Vergleich: In Bocholt, das nur einige Tausend Einwohner mehr hat als Dormagen, haben 602 Personen mitgemacht. „Die Stichprobe könnte größer sein.“

Das glaubt auch Wilfried Nöller, Vorsitzender der ADFC-Ortsgruppe Dormagen. „In so einer kleinen Stadt machen einfach zu wenige Radfahrer mit“, sagt er. Passionierte Radfahrer gingen lieber ihrem Hobby nach, als sich durch seitenlange Umfragen zu klicken. Die Radwege in Dormagen seien im Vergleich zu anderen Städten in einem sehr guten Zustand, das sei immerhin die Hauptsache. Trotzdem folgt er der Kritik der Umfrageteilnehmer. „Die wenigen Leihstationen, die wir haben, sind am Wochenende immer geschlossen. Das ist in Städten wie Düsseldorf anders.“

Auch Nöller findet es falsch, dass der ÖPNV zu wenig Angebote bereitstelle. Daran lasse sich aber nur schwer etwas ändern, sagt auch Tümmers. „Da wo wir handeln können, verbessern wir die Situation.“ Beide sind sich einig: In Dormagen macht Radeln Spaß.

Die Teilnehmer des Fahrradklima-Tests können alle zwei Jahre in 32 Fragen die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt bewerten. In NRW nahmen über 41.000 Menschen an der Umfrage teil – 40 Prozent mehr als beim letzten Mal.