Kommentar: Abschied von einem Hoffnungsträger

Kommentar : Abschied von einem Hoffnungsträger

Der gestrige Tag brachte zwei Gewissheiten: Die Dormagener CDU verliert einen Hoffnungsträger, der sich erst einmal für unbestimmte Zeit aus der Politik verabschiedet und den sie selbst demontiert hat.

Rückkehr ungewiss. Ferner bläst André Heryschek bei seinem beruflichen Kurswechsel ordentlich Gegenwind ins Gesicht. Sein Comeback im Konzern Stadt, wo er vor Jahren im Sozialamt arbeitete, ist kein leichtes. Denn die Personalentscheidungen rund um die neue Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft werden mit Argusaugen beobachtet. Schon vor der Besetzung der Stadtmarketingleiter-Position wurde gemutmaßt, es gebe eine Absprache in der Großen Koalition, wonach dem früheren CDU-Chef diese Funktion zufallen soll. Der merkwürdige, scheinbar passgenaue Ausschreibungstext passte für viele ins Bild. Es kam zunächst anders. Doch jetzt gibt es überraschend doch eine Aufgabe und Stelle für den 32-Jährigen. Heryschek ist zuzugestehen, dass er sich immer wieder für eine starke Wirtschaftsförderung eingesetzt hat. Er ist ein kluger Kopf und mit seiner bisherigen Vita auch keine Fehlbesetzung. Der Bereich Fachkräftesicherung passt in sein bisheriges politisches Themenspektrum. Dennoch wirft diese Personalie Fragen auf, wenn jemand einen sicheren Job in einer Bundesbehörde aufgibt zugunsten einer Stelle ohne Leitungsfunktion unter dem Konzerndach einer Stadt. Wirtschaftsförderungschef Bison wird die Begleitumstände dieser Personalie erklären müssen. schum

(NGZ)