Abrissarbeiten im Chempark Dormagen

Dormagen : Abrissarbeiten im Chempark

Im Nordteil des Industriegeländes dominieren zurzeit mächtige Baumaschinen. Sie fressen sich in einen großen Gebäudekomplex, der seit langem leer steht und  aus Sicherheitsgründen entfernt wird.

Wer in den vergangenen Tagen aus Richtung Innenstadt von der Europastraße gen Hackenbroich unterwegs war, konnte es kaum übersehen. Greifzangen von mächtigen Abrissbaggern knabberten an den markanten hohen Ziegelbauten auf dem Chemparkgelände am Parallelweg und verwandelten sie in riesige Schuttberge. Was dort in Nachbarschaft zum Unternehmen Heraeus geschieht, darüber informierte auf Anfrage unserer Redaktion am Donnerstag Mauritz Faenger-Montag vom Chemparkbetreiber Currenta: „Die Gebäude gehören Bayer Real Estate und werden aus Gründen der Bausicherheit entfernt, weil ihre Substanz marode ist.“

Konkret geht es um ehemalige Produktions- und Lagerstätten, die laut Faenger-Montag schon seit rund 20 Jahren nicht mehr genutzt wurden. Und obwohl die Abrissbagger mit ihrem zerstörerischen Werk recht schnell vorankommen, wird auf dem etwa 5000 Quadratmeter großen Areal eine Bauzeit von gut einem Jahr veranschlagt. Denn es geht nicht nur um den Abriss der Gebäude. Der Bauschutt muss auch ordnungsgemäß entsorgt werden, danach gilt es, die Fläche insgesamt verkehrssicher zu machen.

Eine Planung, was im Anschluss mit dem Gelände geschieht, gibt es laut Faenger-Montag noch nicht. Wobei Freiflächen im Dormagener Chempark nichts Ungewöhnliches, sondern durchaus gewollt sind. So nämlich gibt es ein Flächen-Reservoir für dort bereits ansässige Unternehmen, die sich vergrößern wollen. Und natürlich auch für Firmen, die sich neu im Chempark ansiedeln möchten. Die aber müssen auch in den Chempark-Verbund passen, nennt Faenger-Montag eine wesentliche Voraussetzung. Heißt: Sie stellen zum Beispiel ein Vorprodukt her, das von Firmen im Chempark benötigt wird. Oder ein Nebenprodukt, das vor Ort von einem anderen Unternehmen der Chempark-Familie weiterverarbeitet werden kann. In Zugzwang aufgrund von ungenutzten Flächen sieht man sich bei Currenta nicht. „Wir haben da keinen Druck, die Freiflächen sind ein gutes Polster“, sagt der Sprecher.

Die aktuellen Abrissarbeiten haben übrigens nichts zu tun mit den Plänen des Chempark-Unternehmens Chemion, ein zweites Containerterminal zu bauen. Das entsteht ein Stück von der jetzigen Baustelle entfernt, im Nordwestteil des Industriegeländes. Nachdem die Unterlagen zum Genehmigungsantrag im Juli im Technischen Rathaus eingesehen werden konnten, hatte Chemion am vergangenen Wochenende interessierte Bürger über das Gelände führen lassen, ihnen das bestehende Terminal gezeigt und auch die Pläne für das Neubauprojekt erläutert. Dabei war auch ein Architekturmodell aus dem 3D-Drucker gezeigt worden.

Solche Führungen sollen bei bedeutsamen Projekten im Chempark mehr und mehr zum Standard werden, um die Nachbarn zu informieren, kündigte Mauritz Faenger-Montag an.

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