Dormagen: A57-Brücke rollt in Position

Dormagen : A57-Brücke rollt in Position

Die erste Hälfte der Behelfsbrücke ist über die Lücke der Autobahn 57 geschoben worden. Am Donnerstag folgt das andere Teilstück. Der Landesbetrieb Straßen NRW rechnet weiter mit einer Freigabe der A57 am Karsamstag.

Es tutet wie ein Nebelhorn, die Rollen quietschen und die Schrauben ächzen. Zu einer satten Geräuschkulisse setzt sich gestern um 10.28 Uhr die Behelfsbrücke für die A57 in Bewegung. Die 73,2 Meter lange, sechs Meter breite und 244 Tonnen schwere Stahlkonstruktion überwindet, von zwei hydraulischen Pressen gezogen, die 42 Meter breite Lücke in der Autobahn 57. Seit gestern Mittag ist die Fahrbahn in Richtung Köln bereits auf ihrer richtigen Längsposition.

"Wir liegen voll im Zeitplan, wenn alles optimal läuft, können wir die Autobahn am Karsamstag wieder freigeben", sagt Elke Bisoke, Leiterin der Autobahnniederlassung Krefeld von Straßen NRW. Auch wenn das Brückenteil mit den beiden Fahrbahnen in südlicher Richtung schon befahrbar aussieht, müssen noch viele Arbeiten erledigt werden, bevor die Autos die 2,60 Meter breite Überholspur und die 3,40 Meter breite rechte Spur befahren können. Dann wird Überholverbot und ein Tempolimit von 60 Kilometer pro Stunde herrschen.

Noch schwebt die Brücke 1,50 Meter über der endgültigen Position. "Wir müssen die Behelfsbrücke absenken, betonieren und dann die Fahrbahn mit der Umgebung verschmelzen", sagt Rüdiger Leenen, Bauwerksunterhaltungsleiter der Autobahnniederlassung Krefeld.

Am Donnerstag wird die zweite, etwas kleinere Brücke (54,9 Meter lang und 189 Tonnen schwer) an die richtige Position über die Lücke geschoben, so dass am Samstag die beiden Brückenteile an ihrem Platz sein sollen. Dann wird der Belag der Fahrbahnen auf der A57 etwa 150 Meter weit in beide Richtungen gelöst, neu aufgebracht und mit der Behelfsbrücke verbunden.

Mit zwei Hydraulik-Pressen, die Bauingenieur Frank Milles bedient, wird die Brücke mit etwa 50 Zentimetern in der Minute nach vorn gezogen. Über mehrere Rollenlager wird das tonnenschwere Bauwerk transportiert, dessen korrekte Lage ständig von mehreren Mitarbeitern kontrolliert wird. Der "Vorbauschnabel", eine Verlängerung des Gerüstes, wird gleich nach der Überquerung wieder abgebaut,

Insgesamt arbeiten rund 30 bis 40 Personen an der Baustelle auf der A 57, weitere 200 im Hintergrund. "Dafür mussten die Baufirmen Mitarbeiter auf anderen Baustellen abziehen", erklärt Rüdiger Leenen.

Der Abriss der Autobahnbrücke war nötig geworden, weil die Brücke durch ein Feuer zerstört wurde, das Unbekannte in der Nacht zum 14. Februar unter der Brücke gelegt hatten. Dadurch war es auf der A 57 durch den Qualm zu einer Massenkarambolage mit einem Toten und 13 zum Teil schwer Verletzten gekommen. Die Kosten für die Behelfsbrücke und die neu zu errichtende Brücke schätzt Joachim Minten, Abteilungsleiter Bau der Autobahnniederlassung Krefeld, auf etwa neun bis zehn Millionen Euro.

(NGZ/rl/top/chk)