A57 Brücke bei Dormagen: Ab April freie Fahrt

Baustelle bei Dormagen: Ab April freie Fahrt auf der A57-Brücke

Der Verkehr soll auf der A57 bei Dormagen bald auf vier Fahrstreifen rollen. Zwei weitere kommen beim hinzu.

Der Verkehr soll auf der A57 bei Dormagen bald auf vier Fahrstreifen rollen. Zwei weitere kommen noch im Laufe des geplanten Autobahnausbaus hinzu. Seit Anfang 2016 wird an der Stelle gebaut.

Das Datum steht, alle Arbeiten laufen darauf zu, dass Anfang April der Neubau der A57-Brücke bei Dormagen komplett abgeschlossen ist. Im Januar 2016 haben die Arbeiten an dem Brückenbauwerk begonnen, das vor sechs Jahren abgerissen werden musste, nachdem es durch Brandstiftung stark beschädigt worden war.

In der Nacht von Montag, 26. März, auf Dienstag, 27. März, werden zwei Fahrstreifen von Köln in Fahrtrichtung Neuss auf dem neuen Brückenteil freigegeben. "Danach haben wir noch Restarbeiten zu erledigen", sagt Mathias Blasinski von der Bauaufsicht des Landesbetriebs Straßen.NRW. "Unser Ziel ist es, dass ab 9. April alles fertig ist." Die Kosten für dieses Projekt liegen bei rund 8,8 Millionen Euro.

Jeweils zwei Fahrstreifen in Richtung Köln bzw. Neuss sollen die Autofahrer auf dieser stark befahrenen Verkehrsader nutzen können - aber dabei bleibt es nicht. Denn die Brücke ist so konzipiert worden, dass sie jeweils drei Fahrspuren in jede Richtung aufweist. Die werden jedoch erst dann genutzt, wenn der sechsspurige Ausbau der A57 Dormagen erreicht. Und das dauert.

Straßen.NRW-Planer Athanasios Mpasios nennt Anfang 2019 als den "frühesten Zeitpunkt, zu dem Baurecht vorliegt". Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens gibt es in diesem Jahr zunächst Erörterungstermine des Landesbetriebs als Bauherr mit der Bezirksregierung und den sogenannten Einwendern.

Nur wenn alles glatt läuft, könnte im Herbst kommenden Jahres der Bau dieses Abschnitts begonnen werden. Erfahrungsgemäß wird es eher später, weiß auch Mpasios. Es geht um den 9,060 Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Dreieck Neuss-Süd und dem Süden von Dormagen, Stadtgrenze zu Köln. Alleine für diese Passage rechnet der Landesbetrieb mit Kosten in Höhe von 75 Millionen Euro. Wichtig für Dormagener: Mit dem Bau sind Lärmschutzmaßnahmen in den Abschnitten Delrath und Horrem verbunden.

Das Brückenwerk ist das derzeit größte Bauprojekt auf Dormagener Stadtgebiet. Mathias Blasinski nennt dazu Zahlen: 690 Tonnen Betonstahl sind verbaut worden, 70 Tonnen Spannstahl, der die Brücke in Spannung hält, 55.000 Kubikmeter Beton und 30.000 Quadratmeter Asphalt.

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"In der Spitze waren 30 Arbeiter im Einsatz", sagt er, "im Durchschnitt sind es je nach Jahreszeit zwölf bis 18." Stolz ist der Mitarbeiter der Bauaufsicht, dass es keine größeren Unfälle gab, weder auf der Straße - "da ist mal ein Auto mit Motorschaden liegen geblieben" - noch auf der Baustelle. Und: "Zwei, drei Kollegen haben im Sommer 2016 einen Hitzeschlag erlitten."

Die Autofahrer, die die Brücken-Baustelle gen Norden passieren, sehen bei einem schnellen Blick rechts auf dem Gelände der Tankrastanlage Nievenheim die Stele des Pulheimer Künstlers Holger Hagedorn: zwei große verbrannte Teile der alten Brücke, die an die Brandstiftung von Februar 2012 erinnern.

Unbekannte hatten nachts einen Stapel mit Kunststoffrohren angezündet. Das Feuer hüllte die Brücke in Rauchschwaden, in dieser Wand kam es zu einem Massenunfall, bei dem ein junger Mann aus Jüchen stark und 16 Menschen verletzt wurden. Trotz intensiver Suche, unter anderem mit Flugblättern in Dormagen, und einer Belohnung konnte die Polizei die Täter bis heute nicht ermitteln.

A 57-Ausbau kostet 900 Millionen Euro

Projekt Die A 57 gehört mit täglich 120.000 Fahrzeugen zu den stark befahrenen Autobahnen inNRW. Der Ausbau zwischen den Kreuzen Kamp-Linfort und Köln-Nord von vier aus sechs Spuren soll die täglichen Staus reduzieren.

Kosten Insgesamt sind für den Ausbau 900 Millionen Euro vorgesehen. Im Bereich Dormagen sind es 75 Millionen Euro.

(NGZ)