A57-Ausbau zwischen Köln und Dormagen frühestens ab 2020

A57 bei Dormagen : Ausbau startet frühestens Ende 2020

Der sechsstreifige Ausbau der A 57 zwischen Kamp-Lintfort und Köln hat Neuss und Dormagen erreicht. In diesem Abschnitt ist das Planfeststellungsverfahren weit voran geschritten. Aber der Bau wird frühestens Ende 2020 beginnen, wahrscheinlich eher später.

Die Erleichterung bei den Vertretern der Bezirksregierung Düsseldorf und des Landesbetriebs Straßen NRW war in dieser Woche groß. Denn mit der unter dem harmlosen Titel „Erörterungstermin“ in der Dormagener Kulturhalle stattgefundenen Veranstaltung wurde ein wichtiger Schritt  in Richtung Weiterbau der sechsstreifigen A 57 zwischen Neuss-Süd und Dormagen getan. Größere Konflikte gab es nämlich keine. Jetzt kann die Bezirksregierung an ihrem Beschluss schreiben, der der Baugenehmigung für das 75 Millionen Euro teure Projekt gleichkommt. Dennoch wird es frühestens 2020, eher 2021 werden, ehe es losgeht.

Neun Vertreter von Trägern von öffentlichen Belangen sowie 16 private Einwender waren in der „Kulle“ dabei, neue Standpunkte durften nicht mehr eingebracht werden. „Es ist gut gelaufen“, kommentierte Beatrix van Vlodrop, eine Sprecherin der Bezirksregierung. Es ging dabei  um die Lärmproblematik für Anwohner entlang des Ausbaubereichs, um den Flächenverbrauch - weil zum Beispiel Landwirte statt Geld lieber Land als Ausgleich für die Inanspruchnahme ihres Grund und Bodens haben möchten - sowie um Brücken, die ersatzlos abgerissen werden sollen bzw. während der Bauphase nicht ersetzt werden und so wichtige Verkehrsverbindungen entfallen. Laut Bezirksregierung bleibt während der Sperrung des Zinkhüttenwegs das Brückenbauwerk St.-Peter-Straße befahrbar. Über die Brücke Am Kleinen Sasserhof wurde diskutiert; „ein Wiederaufbau ist aber nicht Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens“, erklärte van Vlodrop. Das Ergebnis des Erörterungstermins ist als Ergebnisprotokoll festgehalten worden. Daraus wird in den nächsten Monaten ein Beschluss, sprich die Baugenehmigung, formuliert.  Dagegen ist eine Klage zulässig. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre im günstigsten Fall im Herbst/Ende 2020 ein Baubeginn möglich. Eine weitere Unwägbarkeit in diesem Verfahren ist das Geld. Finanziert wird das A 57-Ausbauprogramm durch den Bund. Erst mit Rechtskraft des Beschlusses kann der Landesbetrieb Straßen NRW beim Bund einen Finanzmittelantrag stellen. Wann diese Gelder dann in den Bundeshaushalt eingestellt werden, ist offen.

Vierhundert Meter länger ist der darauffolgende, 9.5 Kilometer messende Streckenabschnitt, der zwischen den beiden Ausfahrten Dormagen und Köln-Nord liegt. Auf Dormagener Stadtgebiet ist der Ortsteil Hackenbroich betroffen. Hier steht das Verfahren mit der Vorentwurfsplanung noch ganz am Anfang, einen möglichen Baubeginn mag niemand nennen. Zurzeit läuft die Phase der Voruntersuchungen, sprich Umwelt-Verträglichkeitsuntersuchungen.  Es geht nicht nur um Gewässer- und Lärmschutz, sondern auch um Variantenprüfungen. Denn aufgrund der örtlichen Gegebenheiten (Landschafts- oder Wasserschutzzonen) ist es möglich, dass auf der rechten oder linken Fahrbahnseite die beiden zusätzlichen Fahrstreifen angelegt werden und es auch neue Mittelstreifen geben muss. Timo Stoppacher, ein Sprecher von Straßen NRW, sagt daher: „Es ist möglich, dass für eine längere Zeit der Bereich zwischen Dormagen und Köln nicht ausgebaut wird.“

Mehr von RP ONLINE