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Dormagen: A57: Ab 16 Uhr rollt der Verkehr mit 60 km/h

Dormagen : A57: Ab 16 Uhr rollt der Verkehr mit 60 km/h

Drei Tage früher als geplant steht die A 57 mit ihrem Behelfsbrückenwerk ab heute um 16 Uhr wieder zur Verfügung. Damit kann der Osterreiseverkehr auf insgesamt vier Fahrstreifen bei Tempo 60 wieder rollen.

Drei Tage früher als ursprünglich vorgesehen wird die Autobahn 57 bereits heute wieder für den Verkehr freigegeben. Ab 16 Uhr kann der Verkehr im Beisein von NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger wieder über das Teilstück zwischen Köln und Neuss rollen.

Zur Begründung für die vorzeitige Fertigstellung der beiden Behelfsbrücken nannte Bernd A. Löchter, Sprecher von Straßen NRW, gestern Mittag drei Faktoren: "Das größtenteils trockene Wetter, ein nahezu optimaler Bauablauf und die pünktliche Lieferung des Baumaterials."

Noch am Montag hatte es ganz anders ausgesehen: Bei einem Baustellenbesuch sprach der stellvertretende Leiter der Autobahnniederlassung Krefeld, Andreas Raedt, von "viel Arbeit", die bis Karsamstag zu erledigen sei. Selbst an Karfreitag müsse gearbeitet werden, "dafür holen wir uns eine Genehmigung ein". In allen Äußerungen der Fachleute zuvor war Karsamstag als der frühest mögliche Zeitpunkt genannt worden "wir kämpfen um jede Stunde", so die Aussage von Straßen NRW.

Warum Brücke und Fahrbahn mitsamt allen Beiarbeiten wie Leitplanken, Mittelstreifen und Fahrbahnmarkierungen urplötzlich drei Tage früher fertig sind, vermag Straßen NRW-Sprecher Löchter auch nicht überzeugend darstellen: "Noch gestern Morgen wussten wir nicht, wo die benötigten Betonleitplanken gerade in Deutschland unterwegs waren. Die schnelle Entwicklung hat irgendwie alle überrascht."

Über zwei Millionen Euro kostet die Behelfskonstruktion am Ernteweg, die aus zwei einzelnen, jeweils 73 beziehungsweise 55 Meter langen Brücken besteht. Sie ist nach dem Brand notwendig geworden, der das Tragwerk der alten Brücke so beschädigte, dass ein Abriss unumgänglich war. In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar waren bei einer Massenkarambolage 21 Fahrzeuge ineinander gefahren.

Ein 29-Jähriger starb, 13 Menschen wurden verletzt, zum Teil schwer. Auslöser war eine Brandstiftung: Unbekannte hatten einen drei Meter hohen Stapel mit Kunststoffrohren angezündet. Die aufsteigende Rauchwolke hatte den Autofahrern auf der Brücke jede Sicht geraubt. Die von der Polizei gebildete "Soko A 57" unter Leitung des Neusser Kommissars Dietmar Wixfort hat den oder die Täter bis heute nicht fassen können. Auch eine Plakataktion in Nievenheim brachte bislang keinen durchschlagenden Erfolg.

(NGZ/rl/jco/csi)