Dormagen: A 57-Verkehr fließt nach Ostern

Dormagen : A 57-Verkehr fließt nach Ostern

Auf Tiefladern werden täglich die Brückenbauteile zur Unglücksstelle auf der A 57 gebracht. Nach dem Abriss der Autobahnbrücke entsteht dort eine zwei Millionen Euro teure Behelfskonstruktion.

Unter Hochdruck wird auf der Baustelle der A 57 gearbeitet, um die neuen Behelfsbrücken zusammenzuschrauben. Trotzdem reicht die Zeit nicht, damit der Oster-Reiseverkehr wieder über die Nord-Süd-Verbindung zwischen Düsseldorf und Köln fließen kann: "Der Verkehr wird erst nach Ostern wieder auf vier Fahrspuren laufen", sagt Andreas Raedt, stellvertretender Leiter der Autobahnniederlassung von Straßen NRW in Krefeld, "vorher schaffen wir es nicht".

Bis das neue Brückenbauwerk stehen wird, das im Rahmen des sechsspurigen Autobahnausbaus ohnehin vorgesehen war, wird es dauern: Joachim Minten, Abteilungsleiter Bau bei Straßen NRW, rechnet mit der Fertigstellung "frühestens Anfang 2016". Bis dahin heißt es für alle Autofahrer: Tempo 60 in beide Richtungen.

An sechs Tagen, von morgens sechs Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, wird auf der Baustelle gearbeitet. Zwischen 30 und 40 Mitarbeiter von Beton- und Stahlbauspezialfirmen sind im Dauereinsatz. Die Hauptarbeit erledigt Thyssen Krupp, "das Unternehmen verfügt über große Erfahrung im Brückenbau", sagt Raedt. Der Bau der beiden 55 bzw. 73 Meter langen Brückenteile erfolgt nach einem Baukastensystem, so wie es sich Hobbybastler vorstellen: In einem Lager in Schiefbahn, das größte von insgesamt zehn bundesweit, sind Brücken-Ersatzteile vorrätig, aus denen im Notfall — wie jetzt in Dormagen — Behelfsbrücken recht einfach zusammengesetzt werden können. Sie sind in unterschiedlichen Größen vorrätig. "Wir könnten von den in Schiefbahn vorhandenen Teilen acht oder zehn solcher Brücken wie in Dormagen herstellen", sagt Andreas Raedt.

Nötig sind zum Beispiel 18 000 Schrauben

Sie werden mit Tiefladern zur Baustelle gebracht, dort zusammengeschraubt und in die Baulücke geschoben. Nötig sind zum Beispiel 18 000 Schrauben. Während oben auf der Fahrbahn die Elemente zusammengesetzt werden, stellen Arbeiter in der Baulücke die Fundamente für zwei Brückenstützen her. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Mit Hochdruck wird bereits am neuen Brückenbauwerk für die sechsspurige Autobahn geplant, die früher als vorgesehen gebaut werden und dann die Behelfsbrücke ablösen soll. Dazu müssen Grundstücksfragen geklärt sowie Bauabläufe und Ausschreibungen vorbereitet werden. Laut Joachim Minten ist "frühestens Ende 2013, Anfang 2014" mit dem Bau der neuen Brücke zu rechnen, deren Realisierung dann 20 bis 24 Monate dauern wird: "Der Verkehr wird fließen, aber morgens und am frühen Abend wird es Staus geben."

(NGZ)