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Dormagen: A 57: Lierenfeld legt sich mit dem Landrat an

Dormagen : A 57: Lierenfeld legt sich mit dem Landrat an

Wenn es zwischen den Bürgermeistern der Rhein-Kreis-Kommunen und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke knirscht, geht es meist um die Kreisumlage. Dormagens Verwaltungschef Erik Lierenfeld und Petrauschke haben jetzt eine eigene "Spielwiese" für sich entdeckt: den Autobahnanschluss Delrath.

Ausgangspunkt für den aufgekommenen Streit ist ein Schreiben des Rhein-Kreises zu dem Thema an die Regierungspräsidentin und dass es monatelang keine Antwort gibt. Lierenfeld hatte Anne Lütkes den Rücken gestärkt, indem er sagte, dass der Rhein-Kreis das Verfahren verschleppe. Dies wiederum stieß bei Petrauschke auf Verwunderung, der Klarstellung forderte. Lierenfeld kontert nun: Er sagt, dass die Kreisverwaltung bis heute das Ergebnis eines Abstimmungsgesprächs von November 2014 nicht umgesetzt habe. Danach soll der Rhein-Kreis sieben (aktualisierte) Gutachten und Unterlagen beibringen - "lediglich die Aktualisierung des Verkehrsgutachtens und eine Rechtsexpertise zur Seveso III-Richtlinie wurden in den letzten zwei Jahren beauftragt. Alle anderen Aktualisierungen wurden von Ihnen hinten angestellt, statt diese parallel zu bearbeiten." Lierenfeld zitiert den Landrat, der im Sommer 2015 überzeugt war, dass in 2017 Bagger anrollen würden. Inzwischen habe der Kreis Planungs- und Baukosten für den A 57-Anschluss für die Jahre 2020 und 2021 eingestellt.

Der Bürgermeister befürchtet. dass sich die Realisierung des Autobahnanschlusses stark verzögert. Mit Folgen: "Zumindest ein Großteil der im Dormagener Stadtgebiet befindlichen gewerblichen Reserve- und Bauflächen würde ohne den Anschluss weiterhin nicht aktivierbar sein. Das könnte letztlich zu einer Gefährdung der zukünftigen Gewerbe- und Arbeitsplatzentwicklung führen." Lierenfeld fehlt auch eine (wichtige) Klassifizierung der A 57 als Verkehrsweg. Wird sie als "wichtiger Verkehrsweg" mit mehr als 200.000 Fahrzeugen pro Tag anerkannt, wäre dies ein guter Grund für ein positives Ergebnis im Abwägungsprozess. Dort wird geklärt, ob der A 57-Anschluss oder die Gefährdung durch Gas-Händler GHC bedeutsamer ist.

(schum)