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Dormagen: A 57: Der Verkehr rollt wieder

Dormagen : A 57: Der Verkehr rollt wieder

50 Tage war die A 57 bei Nievenheim nach schwerer Brandstiftung gesperrt. Gestern gab NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger den Verkehr wieder frei. Die ersten Autofahrer quittierten die Öffnung mit freudigem Hupen.

Der Minister hat sein Gute-Laune-Gesicht aufgesetzt: Harry K. Voigtsberger trägt einen blauen Pullover unter dem Jacket, obwohl es nicht sehr kalt ist auf der Raststätte Nievenheim-Ost. Das NRW-Wappen blitzt an seinem Revers. Es ist ein Termin, wie ihn sich ein Minister wünscht, ein Erfolgs-Termin: Exakt 50 Tage lang hatte ein Bruch die A 57 in Nievenheim geteilt, nachdem sich in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar Autos und Lastwagen bei einer Massenkaramboulage ineinander verkeilt hatten. Seit gestern, 16 Uhr offiziell, fließt der Verkehr wieder. "Wir haben an beiden Enden Fahrzeuge mit Schildertafeln positioniert", sagt Rüdiger Leenen von Straßen NRW. "Gleich werden die Lkw losfahren und den Verkehr hinter sich herziehen."

Der große Moment: Ein Polizeiwagen zieht den Verkehr hinter sich her, die A 57 ist offiziell wieder freigegeben. Foto: h. jazyk

Es ist plötzlich seltsam ruhig an der Raststätte Nievenheim-Ost. Die A 57 nur noch für wenige Momente ein Stillleben aus Beton. Jemand drückt dem Minister ein Funkgerät in die Hand. Dann sagt Voigtsberger: "Hören Sie mich?! Hallo? Wenn Sie mich verstehen, ist ab jetzt die Strecke wieder freigegeben. Sie können alle Hindernisse wegräumen. Und wünschen Sie den Autofahrern eine gute Fahrt!"

Der Weg über die Behelfsbrücke ist eng und dauert nur Sekunden. Foto: Jazyk, Hans

Von der anderen Seite winken die McDonald's-Mitarbeiter herüber. Kamerateams positionieren sich an den Leitplanken. Sie wollen den Moment nicht verpassen, wenn die Lebensader für den linken Niederrhein zu pulsieren beginnt. Aus dem Dunst leuchtet schließlich eine Warnblinkanlage. Zwei orangefarbene Lkw von Straßen NRW schieben sich über die A 57, dann endlich, aus Richtung Köln, führt ein Polizeiauto den Tross an, der nicht mehr abreißen wird. Voigtsberger sagt: "Das ist ein wichtiger Moment für die Region, für Anwohner und Autofahrer." Einige Autofahrer hupen freudig.

NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger ist sichtlich erfreut. Foto: Jazyk, Hans

Die Fahrt über die Brücke selbst dauert nur Sekunden. Die Straße verengt sich, grellgelbe Streifen markieren den Weg und Betonabsperrungen — dann rauscht die ockerfarbene Stahlkonstruktion am Fahrer vorbei wie eine Miniatureisenbahnbrücke. Normalität ist noch lange nicht eingekehrt. Mit dem Bau der richtigen Brücke soll erst 2013 begonnen werden. Auf der B 9 hat sich der Verkehr entspannt. Insbesondere an der Kreuzung in Richtung Zons, wo sich noch am Morgen eine Blechlawine ächzend von Ampelphase zu Ampelphase quälte, rollt der Verkehr wieder zügig. Ein Golffahrer fährt auf die Kreuzung zu. Er lächelt, dann reckt er den Daumen nach oben.

(NGZ)