Dormagen: 90 neue Wohnungen für die Innenstadt

Dormagen: 90 neue Wohnungen für die Innenstadt

Die Baugenossenschaft hat alle Bauunterlagen für das Projekt Helbüchel-/Friedrich-Ebert-Straße im Rathaus abgegeben.

Die Hausaufgaben sind gemacht: Das Vorstands-Duo der Baugenossenschaft Dormagen, Martin Klemmer und Axel Tomahogh-Seeth, hat ein dickes Paket im Rathaus abgeliefert. Inhalt: alle relevanten Unterlagen, um (endlich) das aktuell größte Bauvorhaben der Gesellschaft vorantreiben zu können. Die Stadt muss jetzt die Papiere für das baurechtliche Verfahren prüfen, dann kann der Bau von 90 Wohneinheiten plus zwei Wohngruppen an der Helbüchelstraße und an der Friedrich-Ebert-Straße starten. "Wenn alles glatt läuft", sagt Klemmer, "dann wäre im Herbst Baubeginn. Das ist unser Wunsch."

Die alten und maroden Häuser stehen nicht mehr. Ihr Abriss konnte in den vergangenen Monaten vorgenommen werden und war im Hinblick auf die noch nicht eingereichten Unterlagen unschädlich. Dass alles etwas länger als üblich dauert, lag vor allem am Seveso-Gutachten. Dessen Ergebnis gab den Weg für das Projekt frei, das unter dem Titel "Höfe am alten Wochenmarkt" läuft, weil der Abstand zum Chemiepark ausreichend groß ist. Bereits im Juni 2016 war das künftige Bauareal mit Zäunen abgesperrt worden. "Die lange Dauer hat auch einen finanziellen Aspekt", sagt Tomahogh-Seeth, "jeder Monat ist einer ohne Mietertrag." Ehe es tatsächlich mit einer Bautätigkeit los geht, gehen die Unterlagen im Rahmen des Vorhaben- und Erschließungsplan-Verfahrens in die öffentliche Beteiligung. Dort haben Träger öffentlicher Belange und Bürger die Möglichkeiten, Stellung zu beziehen. Am Ende werden sich Planungs- und Umweltausschuss sowie der Stadtrat abschließend damit befassen.

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Wie attraktiv dieses Bauvorhaben nahe Stadtbibliothek und Marktplatz ist, zeigt die lange Bewerberliste: "Uns liegen bislang 140 Bewerbungen für die 90 Wohnungen vor", sagt Klemmer. Die Baugenossenschaft hat sich deshalb dazu entschlossen, die Bewerberliste zu schließen. Unter den 140 Bewerbern sind 40 Mitglieder der Gesellschaft, "die bei der Vergabe mit Vorrang behandelt werden". Die Baugenossenschaft hatte zu dem Zeitpunkt, als die Mieter von dem Neubauvorhaben informiert wurden, nicht mit einer großen "Rückzugswelle" gerechnet. Höchstens fünf bis zehn der 48 Mieter, die die alten Wohnungen verlassen haben, wünschten sich damals eine Rückkehr. Aktuell sind es nach Angaben des Vorstands "fünf bis sechs". Alle anderen haben, unter anderem im Campus an der Weilerstraße, auf dem auch das schmucke Verwaltungsgebäude steht, ein neues Zuhause gefunden. Ein Ergebnis, das die Baugenossenschaft freut. Sie sehen sich in ihrer Annahme bestätigt, dass viele Mieter ihr neues Zuhause schnell annehmen werden.

Mit mehreren Millionen Euro ist dieses Projekt zwar derzeit das größte der Baugenossenschaft, gleichwohl laufen die Modernisierungen und Sanierungen an anderer Stelle weiter. In jedem Jahr sind laut Tomahogh-Seeth zwei Wohnblöcke vorgesehen, die dann angegangen werden. In diesem Jahr liegt das dafür zur Verfügung stehende Volumen bei 1,9 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch der Aufwand für energetische Verbesserungen. Klemmer: "Die betroffenen Mieter werden jeweils zeitnah zu Informationsveranstaltungen eingeladen, auf denen wir genau erklären, was passiert." Demnächst packt die Baugenossenschaft die Wohneinheiten 1, 3, 5 und 7 an der Straße Am Hagedorn an.

(schum)