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Brandstiftung auf A57 bei Dormagen: 80 Spuren, aber kein Täter

Brandstiftung auf A57 bei Dormagen : 80 Spuren, aber kein Täter

80 Spuren verfolgt die Polizei nach der Brandstiftung unter der A 57, davon "eine Handvoll interessante". Der Leiter der Sonderkommission, Dietmar Wixfort, lässt nicht locker: "Wir wollen das Ding klären." Einen Zeitplan gibt es nicht.

Wie viele Hinweise aus der Bevölkerung bislang bei der Polizei eingegangen sind, kann Dietmar Wixfort nicht sagen. Hunderte werden es wohl sein. In den Büroräumen der "Soko A 57" in Neuss stapeln sich jedenfalls die Aktenordner berichtet der Chefermittler. An den Wänden hängen Fotos und Grafiken von vom Unfallort.

Foto: h. jazyk

Wixfort und sein zwölfköpfiges Team verfolgen nur ein Ziel: Unbedingt wollen sie den oder die Brandstifter schnappen, die in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar Feuer unter der A 57-Brücke bei Nievenheim gelegt haben. Die Rauchwolke löste eine Massenkarambolage mit einem Toten und 13 Verletzten aus.

Methoden sind geheim

"Anfangs gab es sehr viele Hinweise, das lässt jetzt langsam nach", sagt Wixfort. Die Sonderkommission wurde von 16 auf zwölf Ermittler reduziert. Das entspreche der Größe einer kleinen Dienststelle, so der Hauptkommissar. "Alle angehörigen Kollegen beschäftigen sich ausschließlich mit der Brandstiftung." Nach einer Besprechung am Morgen beginnt die Ermittlungsarbeit, vom Schreibtisch wie vor Ort: Anrufe entgegen nehmen, Vorladungen schreiben, Zeugen oder Verdächtige vernehmen, Alibis überprüfen.

Die Methoden bleiben geheim. Aktuell verfolgt die "Soko A 57" etwa 80 Spuren. "Eine Handvoll davon ist sehr interessant", sagt Wixfort. Ansonsten gibt er sich aus taktischen Gründen bedeckt. Am Tatort seien verschiedene Gegenstände gefunden worden. Auch wisse die Polizei, wie die Täter die Plastikrohre unter der Autobahnbrücke angezündet haben. "Das haben wir mit Material der betroffenen Firma nachgestellt."

Täter unter Druck setzen

Nach wie vor deutet offenbar alles daraufhin, dass Jugendliche aus Nievenheim oder Dormagen (sogenannte örtliche Täter) für die Katastrophe verantwortlich sind. "Wir gehen nicht davon aus, dass jemand mit Gewalt einen Menschen töten wollte", stellt Wixfort fest.

Er hofft, dass sich die Täter aufgrund der schwerwiegenden Folgen der Brandstiftung und des öffentlichen Drucks stellen. Oder sich mit Wissen, das nur die Verursacher haben können, selbst verraten. Verlassen kann sich der 53-Jährige darauf allerdings nicht.

Mehr als zwei Monate nach dem Brand will der Hauptkommissar sich von niemandem unter Druck setzenlassen. "Wir wollen das Ding aufklären", sagt er selbstbewusst. "Ich kann mich aber nicht zeitlich festlegen." "Druck" sollen vor allem die Täter spüren. "Es ist wichtig, dass die Menschen mitbekommen, dass wir alles tun, um die Täter zu finden", sagt Wixfort, "viele Leute kennen sich und reden darüber."

(top/jco/url)