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Dormagen: 5000 Berufspendler fahren nach Köln

Dormagen : 5000 Berufspendler fahren nach Köln

Die Zahl der Bürger, die zum Arbeiten die Stadt verlassen, ist auf rund 18 000 gestiegen. Die Nähe zu Köln und Düsseldorf sieht die Wirtschaftsförderung als Standortvorteil. Der Kreis arbeitet daran, den ÖPNV attraktiver zu machen.

Annähernd 31 000 Menschen in Dormagen sind berufstätig. Mehr als die Hälfte von ihnen (17 992) fährt jedoch zum Arbeiten mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn in eine andere Stadt. Das geht aus der aktuellen Pendlerrechnung von IT.NRW, dem ehemaligen Landesamt für Daten und Statistik, hervor. Die Zahlen aus dem Jahr 2011 zeigen, dass mehr Menschen ihren Arbeitsplatz außerhalb Dormagens haben. Ein Jahr zuvor pendelten noch rund 400 Bürger weniger ins Umland. Die von den Auspendlern am häufigsten angesteuerte Stadt ist weiterhin Köln.

"Dormagen ist eine Pendlerstadt und wird es auch immer sein", sagt die städtische Wirtschaftsförderungsleiterin Gabriele Böse. Das habe aus ihrer Sicht viele Vorteile. So böte die zentrale Lage zwischen den Großstädten im Rheinland den Dormagenern eine große Anzahl an Arbeitsplätzen.

Böse gibt zu bedenken, dass unter den rund 18 000 Auspendlern viele sein dürften, die im Kölner Teil des Chemparks arbeiten, der für viele vom Gefühl her eher zu Dormagen gehört. Auch geht sie davon aus, dass unter denen, die die Stadt zum Arbeiten verlassen, viele Menschen sind, die zuvor in Köln oder Düsseldorf gelebt haben und nach einem Umzug weiter in ihrem alten Wohnort arbeiten.

Doch auch Dormagen als Arbeitsort zieht mehr Menschen aus dem Umland an. Ihre Zahl stieg 2011 gegenüber dem Vorjahr um rund 250 Personen auf 11 595. Auch in diesem Fall kommen die meisten Menschen (2643) aus Köln. Die Lage Dormagens erweise sich auch hier als Vorteil, so Böse. So besäßen Dormagener Unternehmen ein größeres Einzugsgebiet für Fachkräfte.

Der Anstieg der Einpendler geht zudem einher mit einem Anstieg der Arbeitsplätze in Dormagen. Gegenüber 2010 sind rund 250 Jobs mehr entstanden. Gleichzeitig sind nahm die Zahl der berufstätigen Bürger um 400 zu. Nach der Ansicht von Böse passe dies in den Trend. Ähnliches habe eine Studie des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos ergeben.

Mehr Pendler bedeuten auch mehr Verkehr. Beim Rhein-Kreis Neuss setzt man deshalb darauf, den Öffentlichen Personen Nahverkehr so attraktiv zu machen, dass Pendler die Angebote wahrnehmen. Martin Stiller, Abteilungsleiter Kreisentwicklung im Planungsamt des Rhein-Kreises, weist darauf hin, dass der Kreis zum Beispiel in Gremien auf den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr einwirke, dass es kurze Taktzeiten bei wichtigen Bahnverbindungen gibt.

Dormagen hält er in Sachen Bahnverkehr für gut angebunden. Bei allen Bestrebungen, Pendler den Umstieg auf Bus und Bahn attraktiv zu machen, dürfe auch der Zustand der Straßen nicht vergessen werden. So sei der sechsspurige Ausbau der Autobahn 57 zwischen den Kreuzen Meerbusch und Köln-Nord sehr wichtig. Mit Blick in die Zukunft dürften auch Radschnellwege dazu beitragen, Pendler für kürzere Strecken zum Umsteigen aufs Rad zu bewegen.

(NGZ/EW)