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4400 Freiwillige beteiligen sich am Sauberhafttag in Dormagen

Sauberhafttag in Dormagen : Helfer beseitigen gut 14 Tonnen Müll

Beim Sauberhafttag 2019 wurde der Teilnehmerrekord vom vergangenen Jahr erneut erreicht. 4400 Freiwillige machten am Samstag bei der großen Gemeinschaftsaktion mit und verschönerten ihre Stadt.

Es ist schon erstaunlich, was alles auf Dormagens Straßen zu finden ist. Kaffeemaschinen, Einkaufswagen oder Matratzen – diese und andere Gegenstände sammelten die fleißigen Helfer beim 18. Sauberhafttag am Samstag ein. Insgesamt 4400 Freiwillige, darunter viele Schulen und Kindergärten, befreiten Dormagen von mehr als 14 Tonnen Müll. Die Zahl ist noch nicht endgültig, da in den kommenden Tagen noch ein Container abgeholt und dessen Inhalt zum Ergebnis addiert wird.

Im Vorfeld kamen Zweifel auf, ob der Sauberhafttag wie geplant stattfinden könne. „Wir hatten große Sorge wegen der Teilnehmerzahl und um das Wetter“, sagte Fachbereichsleiter Harald Schlimgen. Doch der befürchtete Sturm blieb aus, zeitweise schien sogar die Sonne.

Sandra Fenkl wurde von ihrer fünfjährigen Tochter Elli beim Großreinemachen unterstützt. Foto: Tinter, Anja (ati)

Um den reibungslosen Ablauf  kümmerten sich Stadtteilpaten. Aus den elf Bezirken berichteten die Koordinatoren überwiegend Positives. So beteiligten sich in Delhoven wieder viele Flüchtlinge an der Aktion. Am Dormagener Schützenplatz versammelten sich am Morgen 60 Helfer. „Ich bin begeistert, wir haben in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Freiwillige wie 2018“, bilanzierte Stadtteil-Koordinatorin Bettina Prell erfreut. Unter ihnen waren  auch einige Kinder, so der vierjährige Timo. Ihm hat der Sauberhafttag sichtlich Spaß gemacht, aber er war für ihn auch ziemlich anstrengend. Gemeinsam mit Mutter Viviana Zaun sammelte er Holzbretter und Kabelbinder. „Es ist wichtig, dass Kinder früh ein Umweltbewusstsein entwickeln, und wir wollen ein gutes Vorbild für andere Kinder sein“, sagte Viviana Zaun.

Auch 15 Mitarbeiter der Gastronomie-Kette „L´Osteria“, die noch in diesem Jahr eine Filiale in Dormagen eröffnet, griffen zur Müllzange. „Wir möchten nicht nur ein Restaurant eröffnen, sondern uns auch in der Stadt integrieren“, erzählte Betreiber und Lizenznehmer Thomas Wentz: „Der Sauberhafttag war quasi unser Auftakt in Dormagen, ehe am Montag der Spatenstich für unsere Filiale erfolgt.“

Selbst Toilettenschüsseln entdeckten die Helfer. Foto: Tinter, Anja (ati)

In Horrem fanden die neun freiwilligen Helfer, inklusive Bürgermeister Erik Lierenfeld und Stadtteil-Koordinator Josef Franzen, eine halbe Wohnungseinrichtung – nämlich eine Kaffeemaschine, einen Klappstuhl, eine Matratze sowie eine Satellitenschüssel. „Ich freue mich sehr über die Hilfe vom Bürgermeister, da sich in diesem Jahr nicht so viele Freiwillige in Horrem gemeldet haben“, sagte Franzen. „Ich habe allein 76 Zigaretten mit der Zange aufgehoben“, berichtete Lierenfeld.

Bereits am Freitag hatten viele Schulen und Kindergärten mit dem Sauberhafttag begonnen. Dafür verteilten die Koordinatoren im Vorfeld kindgerechte kleinere Handschuhe, Mülltüten und Warnwesten mit dem Stadt-Maskottchen „Putzi“. Für ihren Einsatz wurden die Kinder mit einer Eintrittskarte für das Schwimmbad Sammys belohnt.

„Ich bin sehr erfreut über die fleißigen Helfer, aber auch erschrocken, wie manche Menschen mit ihrem Müll umgehen“, resümierte Lierenfeld. Ein großes Dankeschön ging auch an das Deutsche Rote Kreuz, das 591 Portionen Linsensuppe für die Helfer vorbereitet hatte.