Dormagen: 40 Jahre Städtepartnerschaft

Dormagen : 40 Jahre Städtepartnerschaft

Vor 40 Jahren wurde die Städtepartnerschaft mit Saint André geschlossen. Am Wochenende feierten die "Freunde von Saint André" den runden Geburtstag mit einem bunten europäischen Programm.

Alles begann eigentlich vor 45 Jahren, als eine Delegation von 47 jungen Menschen aus dem französischen Saint André die damalige Kommune Nievenheim besuchte und sich die Nievenheimer nur wenig später zum Gegenbesuch aufmachten. "Erst später wurde die Stadt einbezogen", sagt Johannes Marx, Vorsitzender der "Freunde von Saint André". 1967 schloss die damalige Gemeinde Nievenheim mit ihrem Amtsdirektor Johannes Sticker die Städtepartnerschaft mit Saint André.

Am Wochenende wurde in feierlichem Rahmen die Partnerschaft nun auch in Deutschland erneuert und bekräftigt, nachdem bereits eine starke Delegation im September in Frankreich zu Gast war. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Jugend-Sinfonieorchester Dormagen unter der Leitung von Dan Zemlicka, das die zahlreichen französischen Gäste nicht nur mit Mozart begeisterte, sondern auch mit einem französischen Medley zum Mitsingen überraschte.

"Eingebettet in die freundschaftlichen Beziehungen der großen Politik zwischen Bonn und Paris und Berlin und Paris leisten wir hier unseren Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft mehr im lokalen und privaten Bereich", sagte Johannes Marx, der zahlreiche Ehrengäste begrüßen konnte. "In den vergangenen 40 Jahren haben weit mehr als 1000 Begegnungen stattgefunden." Dabei stehen das gegenseitige Kennenlernen im familiären Bereich und die gemeinsamen Aktivitäten im Vordergrund.

Froh, den runden Partnerschaftsgeburtstag in so großer Runde feiern zu können, war auch Bürgermeister Peter-Olaf Hofmann, der seine Ansprache auch auf Französisch hielt. "Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass unsere Partnerschaft viele Bürger in Bewegung gebracht hat. Sie alle sind dabei ein Stück weit zu Botschaftern der Freundschaft und eines vereinigten Europas geworden." Gerade in einem Europa, das durch die Euro-Krise erneut auseinander zu driften drohe, sei es unverzichtbar, Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzuführen, um den anderen zu verstehen.

Das betonte auch Olivier Henno, Bürgermeister von Saint André: "Wir haben drei Dinge seit unserer Ankunft und durch die Werks-Rundfahrt durch den Chempark gelernt, von denen wir profitieren können: Von der Effizienz, dem Einsatz und dem Forschungsdrang der Mitarbeiter, von der Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Komponente der Rheinischen Industriegesellschaft und dem Ausbildungssystem in Deutschland", sagte er. Die Städtepartnerschaft habe ihn als jungen Mann unter anderem dazu bewegt, in die Politik zu gehen. "Neben Quellen der Besorgnis wie Budgets und Differenzen zwischen Staaten gibt es auch Quellen der Freude — die Waage neigt sich zur Freude."

Gereon Fritz, Präsident der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften, sagte: "Wenn die Europäische Union jetzt geehrt wurde, dann ist das auch Ihr Preis. Nutzen Sie Ihre Partnerschaft: Begeistern Sie junge Leute. Entwickeln Sie Fantasie und Projekte, und Sie werden Begeisterung erleben."

Nach dem offiziellen Teil erwartete die Gäste ein bunt gemischtes Programm mit Erinnerungen an die Entstehung der Freundschaft sowie musikalischen und folkloristischen Beiträgen. Gestern führte Pater Hermann-Josef Reetz durch das Kloster Knechtsteden, das "ein steingewordenes Dokument der Verbindung zwischen deutscher und französischer Baukunst ist".

(NGZ)