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Dormagen: 367 Seiten über Nievenheim

Dormagen : 367 Seiten über Nievenheim

Mehr als 300 fiktive wie nicht-fiktive Bücher gibt es über Dormagen. Das dickste von 1996 erzählt von Nievenheim in all seinen Facetten. Seine drei letzten Exemplare hütet Mit-Herausgeber Heinz Pankalla wie seinen Augapfel.

Alles Wissenswerte über Nievenheims Geschichte zu erforschen und zusammen zu tragen, braucht Zeit. Und es braucht eine Reihe von Autoren und einige Seiten, um das dann niederzuschreiben, genauer: 376 Seiten. Das Buch mit dem etwas sperrig klingenden Titel "Nievenheim — Die Geschichte des Kirchspiels, der Bürgermeisterei und des Amtes von den Anfängen bis zur Gegenwart" ist das dickste, das je über Dormagen geschrieben wurde.

Es beschäftigt sich mit Archäologie, Kultur- und Sozialgeschichte, Politik, Wirtschaft und Sprache von der Frühzeit bis zum 20. Jahrhundert. "Der Titel spiegelt die geografischen Gegebenheiten wieder", erklärt Mit-Herausgeber und Mit-Autor des Buches, Heinz Pankalla den Untertitel. Dass gerade Nievenheim so ergiebig war, liege daran, dass der Ort lange eine eigene Verwaltungseinheit (Pagus) gewesen sei.

Zum 1200-jährigen Bestehen von Nievenheim 1996 haben er und Peter Dohms, ehemaliger Archivdirektor des Hauptstadtarchivs Düsseldorf, das Buch als Nummer 17 der 24 Bände großen Historischen Schriftenreihe der Stadt herausgegeben — mit nur zwei Jahren Vorlauf. "Das ist nicht lang, wenn man bedenkt, dass wir die Autoren gewinnen mussten und Bereiche bearbeitet wurden, zu denen es noch kaum Forschungsmaterial gab", sagt Pankalla. 16 Autoren haben 20 Aufsätze zu Nievenheim geschrieben, außerdem fasst das Buch auf seinen 367 Seiten 73 Bilder und Karten.

Insgesamt gibt es allein in der Stadtbibliothek 300 Fach-Titel, in denen Dormagen vorkommt. Dazu kommen noch eine Reihe von fiktiven Geschichten, etwa die Krimis von Deichgräf Eduard Breimann (etwa "Die schwarze Katze" und "Der Tod hat ein Gesicht") oder das Science-Fiction-Werk "Der Dormagener Störfall von 1996" von Klas E. Ewerwyn. Er entwarf die Vision einer gigantischen Ökokatastrophe, die in den 80ern den Unmut der Bayer-Konzernführung erregte. Doch all diese Bücher sind mit oft nur wenig mehr als 100 Seiten deutlich dünner als das wissenschaftliche Werk von Pankalla und Dohms.

"Unser Anspruch war, ein fachlich fundiertes Buch zu schreiben, das aber für die Bevölkerung gut lesbar ist", sagt Pankalla. Das scheint dem Herausgeber- und Autorenteam gelungen zu sein, denn die mit 1200 Stück vergleichsweise hohe Auflage war schnell ausverkauft. Damals ist das Interesse an Geschichte laut Pankalla deutlich größer gewesen.

Heute gibt es von Dormagens dickstem Buch nur noch Restbestände, etwa in der Stadtbibliothek und in Pankallas Fundus. "Ursprünglich hatte ich 20 Exemplare, aber 17 habe ich mir abschwatzen lassen", sagt der ehemalige Leiter des Stadtarchivs. Die letzten drei werde aber aber definitiv behalten, ganz egal wer ihn darum bitte.

(NGZ/rl)