Dormagen: 17-jähriger Messerstecher ab heute vor Gericht

Dormagen : 17-jähriger Messerstecher ab heute vor Gericht

Drei Monate nach einer brutalen Messerattacke im McDonald's-Restaurant an der Lübecker Straße im Gewerbepark TopWest müssen sich ab heute (9 Uhr, Saal 103) drei Jugendliche aus Hackenbroich vor dem Neusser Amtsgericht verantworten. Hintergrund der Tat war wohl ein Bandenkrieg. Dem Haupttäter droht heute eine langjährige Gefängnisstrafe.

Mitte Februar waren laut Ermittlungen gegen 21 Uhr vier Hackenbroicher Jugendliche in die McDonald's-Filiale an der Lübecker Straße in Dormagen gestürmt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll zunächst ein 15 Jahre alter Junge auf das Opfer aus Köln-Blumenberg eingetreten haben. Dann soll ein 17-Jähriger ohne Vorwarnung ein Messer gezogen und dem Opfer knapp neben das Herz gestochen haben. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo das 17-jährige Opfer notoperiert wurde. Die mutmaßlichen Täter wurden nach kurzer Flucht gefasst.

Laut Justiz soll ein Bandenkrieg zwischen Jugendlichen aus Hackenbroich und aus dem Bereich Worringen und Blumenberg Hintergrund der Auseinandersetzung gewesen sein. Entsprechende Hintergründe habe das Dormagener Jugendamt mitgeteilt. "Ich werde dazu die Beteiligten befragen", kündigte Richter Heiner Cöllen an.

Den drei Angeklagten wird zudem vorgeworfen, in einem Lokal an der Moselstraße eine Bedienung attackiert zu haben. Der Kellner soll sich geweigert haben, dem erst 17 Jahre alten Gast ein Glas Wodka auszuschenken. Daraufhin soll der Jugendliche den Kellner zunächst niedergeschlagen haben und später dann gemeinsam mit mehreren Freunden auf ihn losgegangen sein.

Alle drei Angeklagten sind laut Gericht bereits vielfach vorbestraft. So soll der 17-jährige Hauptangeklagte bereits wegen schwerer Körperverletzungen und Bandendiebstahls aufgefallen sein. Er sitzt seit seiner Festnahme Ende Februar in Untersuchungshaft. Alle drei gelten als arbeitslos oder sollen die Schule abgebrochen haben. Dem mutmaßlichen Haupttäter drohen bis zu vier Jahre Gefängnis.

(NGZ)
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