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Dormagen: 120.000 Euro für Hochwasser

Dormagen : 120.000 Euro für Hochwasser

Die Hochwasser-Saison ist fast vorbei. Ab dieser Woche werden die Sicherungsmaßnahmen abgebaut. Die Kosten für das Hochwasser stehen nun fest: über 120.000 Euro. Der Deichverband musste dafür einen Kredit aufnehmen.

Die Bilder von Anfang Januar, als der Kölner Pegel bedrohlich stieg, sind nicht nur den Deichanwohnern präsent: überflutete Rheinwiesen, stählerne Schutzwände, Säcke voller Sand zum Schutz vor dem heranströmenden Wasser.

Noch vor dem offiziellen Ende der Hochwasser-Saison am 30. April beginnen nun die Aufräumarbeiten. Am Mittwoch, 13. April, wird bereits an der Ufer- und an der Deichstraße geschuftet. "Wir werden pro Tag mit sechs bis acht Personen arbeiten", sagt Eduard Breimann. Der Deichgräf hat einen Zeitplan aufgestellt, nach dem die Aufräumarbeiten 39 Tage lang dauern werden. Dafür setzt Breimann auch auf Unterstützung durch ehrenamtliche Kräfte.

Inzwischen stehen auch die Kosten für den Einsatz fest. "Die von der Bezirksregierung frühzeitig verlangten Sicherungsmaßnahmen haben über 120 000 Euro gekostet", so Eduard Breimann. Die Schutzwände waren nach dem Hochwasser an Ort und Stelle belassen worden. Der Deichgräf hat dafür einen Kredit aufgenommen, der über zehn Jahre getilgt wird. Damit ähnliche Kosten nicht auch in den kommenden Jahren entstehen, will Breimann die marode Deichanlage so schnell wie möglich ertüchtigen. Unter der Überschrift "Sondierung II" soll die Anlage zwischen UCT in Stürzelberg und Zons untersucht werden, sobald der Abbau der Sicherungsmaßnahmen erfolgt ist.

Mit den Sicherungsmaßnahmen zeigt sich Breimann zufrieden. "Der Alarmplan hat sich 100 Prozent bewährt", sagt der Deichgräf – soll aber in der Zukunft noch bereichert werden. Es gebe Gespräche, eine Gruppe des Raphaelshauses, die THW-Qualität hat, einzubinden.

Einige Wermutstropfen gibt es dennoch: Die Deichverbandsmitglieder müssen die 120.000 Euro letztlich tragen und haben dies auch schon mittels eines Briefs erfahren. Wilfried Schellen, Vorsitzender der IG Deich, ruft zwar nicht zum Zahlungs-Boykott auf, nachvollziehen kann er die Größe der vergangenen Einsätze allerdings nicht. "Alle Alteingesessenen verstehen die Hysterie nicht", sagt Schellen. Er hält die Maßnahmen für überzogen. Auf Nachfrage hätte die Bezirksregierung erklärt, die Welle sei nicht so hoch gewesen wie zunächst gedacht.

Der IG-Vorsitzende hofft nun auf die Unterstützung der Landesregierung, insbesondere auf den dortigen Umweltausschuss. "Der Petitionsausschuss hat schließlich deutlich bestätigt, dass es Versäumnisse bei der Bezirksregierung gegeben hat. Einen guten Draht sollte die IG zur Landesregierung haben. Im Petitionsausschuss sitzt Wiljo Wimmer, ein Zonser.

(NGZ)