110.000-Volt-Stromanlage für Chempark in Dormagen

Großprojekt in Dormagen : 110.000-Volt-Stromanlage für Chempark

Westnetz und Currenta haben am Dienstag den Grundstein für das aktuell größte bundesweite Projekt im Hochspannungsbereich gelegt. Der Verteilnetzbetreiber investiert rund 53 Millionen Euro in eine neue Infrastruktur.

Am Parallelweg wird seit 50 Tagen an einem neuen, modernen Knotenpunkt für die Energieversorgung für den Chempark und in einem erweiterten Schritt auch für die Region, sprich Rhein-Kreis Neuss und Teile von Köln gearbeitet. Der Verteilnetzbetreiber Westnetz, eine Tochter von Innogy, baut für den Chempark-Betreiber Currenta eine neue 110.000 Volt-Schaltanlage. Currenta wiederum erneuert in diesem Zusammenhang zusätzlich die 110.000 Volt-Kabelanlage im Chempark.

Um welche Dimension es sich bei der neuen, zusätzlichen Hochspannungsanlage handelt, erklärte Westnetz-Geschäftsführer Stefan Küppers: „Damit wird eine Leistung erzeugt wie von 30 bis 50 Windkrafträdern, eine Leistung, die eine 180.000 Einwohner große Stadt versorgen kann.“ Der jetzt am Parallelweg sichtbare Bau soll bereits im März kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Bürgermeister Erik Lierenfeld, der ebenso wie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bei der Feier zu Gast war,  hatte die Lacher auf seiner Seite: „Die Zahl 50 spielt heute ja eine große Rolle: rund 50 Millionen Euro Investition, heute ist der 50. Arbeitstag und wir haben 50 Jahre Stadtwerdung Dormagen – und sie tragen alle blau-gelbe Arbeitskleidung und damit die Stadtfarben.“ So gut gelaunt konnte sich Lierenfeld zeigen, denn auch Dormagen wird langfristig von dem Mega-Projekt profitieren. Er betonte, dass die Stadt durch eine schnelle Baugenehmigung ihren Teil zum Gelingen des Projekts beitrage und sich auch so als wirtschaftsfreundlicher Standort zeige.

Westnetz-Vertreter Küppers und Currenta-Geschäftsführer Alexander Wagner wiesen auf die „passgenaue Infrastruktur und die bestmögliche Versorgung“  hin, die die Produktionsunternehmen am Chemiestandort Dormagen fortwährend benötigen. Gerade einer sicheren Stromversorgung käme dabei eine Schlüsselrolle zu. „Die neue Hochspannungsschaltanlage wird ein moderner Knotenpunkt der Energieversorgung für den Chempark Dormagen“, sagte Küpper. „Für unseren Partner Currenta wird die industrielle Versorgung neu aufgestellt.“ Der Bau der Anlage ist in ein Gesamtprojekt eingebunden: „Nach dem Umbau erfolgt bis 2028 ein stufenweiser Netzausbau, der auch positive Auswirkungen auf weitere Umspannungsanlagen im Rhein-Kreis und auf Kölner Stadtgebiet hat und für zusätzliche Leistungskapazitäten in der Region sorgt.

Mit rund 30 Millionen Euro rüstet Currenta auf die neueste Technik auf und in eigene Anlagen.  Der Neubau und die Umbauten erfolgen im laufenden Betrieb der Bestandsanlagen und des Chermparks. „Mit den Planungen haben wir vor über einem Jahr begonnen“, erklärt Westnetz-Projektleiter Martin Diekmann. Auf dem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehe eine kompakte gasisolierte 110.000 Volt-Schaltanlage modernster Bauart. Die zusätzliche Versorgung entsteht durch zwei identische Schalthäuser, die in der Mitte durch eine Warte mit weiterer technischer Ausrüstung zu einem gemeinsamen Komplex verbunden werden.

„Netzausbau bedeutet nicht nur, neue Leitungen zu bauen, sondern auch, bestehende Netze an die unterschiedlichen Anforderungen anzupassen“, erklärt Küppers. Mit dem Neubau wird sowohl eine Netzoptimierung, als auch eine Entflechtung von Industrienetz und öffentlichem Netz vorgenommen. Die Versorgung des Chemparks erfolgt heute aus zwei Umspannanlagen: Aus der „Umspannanlage Dormagen“, die sich außerhalb des Chempark-Geländes befindet und auch die Versorgung des öffentlichen Netzes sicherstellt, sowie aus der Umspannanlage „Bayerwerk Dormagen“, die sich direkt neben dem Neubau befindet. Mit der Inbetriebnahme der neuen Anlage kann Westbetz Letztere abrüsten.