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Dormagen: 11,4 Millionen für Badsanierung

Dormagen : 11,4 Millionen für Badsanierung

Die beiden Hallenbäder im Dormagener Stadtgebiet bleiben geöffnet – noch, und sicher sind sie auch – noch. Doch ein Gutachten, das sich nur mit ihrer Statik beschäftigte, schätzt die Sanierungskosten auf 11,4 Millionen Euro.

Die beiden Hallenbäder im Dormagener Stadtgebiet bleiben geöffnet — noch, und sicher sind sie auch — noch. Doch ein Gutachten, das sich nur mit ihrer Statik beschäftigte, schätzt die Sanierungskosten auf 11,4 Millionen Euro.

Es soll positiv klingen, doch irgendwie kommt es nicht wirklich so rüber. Wiljo Wimmer, Aufsichtsratvorsitzender der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD), Betreiber der Hallenbäder Robert-Koch-Straße und Nievenheim, fasst das Ergebnis des Bädergutachtens zusammen: "Die Bäder sind sicher." Noch, müsste er hinzufügen, denn nach den Ausführungen des Gutachters Norbert Brauer, wird schnell klar, dass das Zeitfenster recht eng ist, nämlich ein bis drei Jahre.

Die Nutzer des Nievenheimer Hallenbades könnte es jedoch schon bald treffen, nämlich dann, wenn Schnee fällt. Der Grund: Das Flachdach ist laut Brauer durchnässt, was bedeutet, dass es nur noch ein Drittel der angegebenen Schneelast tragen kann. "Wenn es zu heftig schneit, müssen wir schließen", bestätigt auch SVGD-Geschäftsführer Klaus Schmitz. Doch Schneemassen, mit denen nicht ständig zu rechnen ist, sind nur das eine Übel. Denn die Bausubstanz, die bei beiden Bädern untersucht wurde, ist recht marode. Nicht so, dass Schließungen unmittelbar bevorstehen, doch immerhin so, dass in naher Zukunft Handlungsbedarf besteht. Von poröser Dachhaut, durchnässtem Dachaufbau, verschimmelter Unterdecke ist da unter anderem die Rede. Allein 120 Einzelpositionen nennt Brauer in der Summe für das Hallenbad in der Stadtmitte, deren Sanierung 6,9 Millionen Euro kosten würde. Dazu gehört auch der Abbau Solaranlage, die eh nicht mehr in Betrieb ist und die Dachplatten belastet. "Um deren Rückbau kümmern wir uns bereits", so Wimmer.

Mit 4,5 Millionen Euro werden die Arbeiten am Nievenheimer Bad veranschlagt. Dort werden unter anderem durchgerostete Dachtrapezbleche, Korrosionsschäden in der Außenfassade und das bereits erwähnte durchnässte Dach genannt. 11,4 Millionen Euro in der Summe also für beide, und dabei sind noch nicht einmal notwendige Verbesserungen in der Heizungs- und Lüftungstechnik berücksichtigt. Da liege der Gedanke an Abriss der beiden alten und Bau eines neuen Bades nicht fern, meint Wiljo Wimmer und ergänzt: "Man muss dabei auch an einen ganz neuen Standort denken, der sich im Rahmen der Änderung des Flächennutzungsplanes ergeben könnte."

So sei der geographische Mittelpunkt des Stadtgebiets der Nievenheim-Straberger See. Dort gebe es bereits einen Ruder- und Yachtklub sowie eine Segelschule. Ein Investor habe Interesse für eine Wasserski-Anlage angemeldet. Warum nicht also dort auch ein neues Hallenbad?

(NGZ)