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Dormagen: 100-Millionen-Projekt im Chempark

Dormagen : 100-Millionen-Projekt im Chempark

Air Liquide, Weltmarktführer bei Gasen, hat gestern im Chempark den Grundstein für einen Steamreformer gelegt. Hauptabnehmer der Produkte Wasserstoff und Kohlenmonoxid ist Bayer MaterialScience mit der TDI-Anlage.

Im Beisein von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann hat Air Liquide gestern Nachmittag im Chempark den Grundstein für den neuen Steamreformer gelegt. Die Zeitkapsel mit der aktuellen NGZ-Ausgabe, Zollstock, Bauplan und Münzen wurde dann gekonnt eingemauert. Diese Anlage, in die das Unternehmen 100 Millionen Euro investieren wird, dient der Produktion von Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Abnehmer ist Bayer MaterialScience, mit der Air Liquide einen langfristigen Versorgungsvertrag geschlossen hat. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für 2014 geplant. Langfristig sollen 20 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Thomas Pfützenreuter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Air Liquide Deutschland, betonte in seinem Grußwort, wie wichtig dem Unternehmen das klare Bekenntnis zum Standort Deutschland, gerade auch in Nordrhein-Westfalen ist: "Mit dem Bau dieses Steamreformers im Chempark Dormagen untermauern wir erneut unsere starke Marktposition in der Industrieregion NRW." Air Liquide will auch vor Ort gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und ist bereits der Lokalen Allianz beigetreten.

In der Anlage wird aus Erdgas Wasserstoff und Kohlenmonoxid hergestellt. Diese Produkte dienen als Rohstoffe für die Herstellung einer Vielzahl von Zwischenprodukten in der Chemie- und Kunststoffindustrie und kommen beispielsweise bei der Produktion von hochwiderstandsfähigen Polsterungen, strapazierfähigen Elastomerreifen oder hochleistungsfähigen Klebstoffen zum Einsatz. Der Dormagener Steamreformer wird eine Produktionskapazität von 22 000 Tonnen Wasserstoff und 120 000 Tonnen Kohlenmonoxid pro Jahr haben und von Air Liquide zur Versorgung der neuen TDI-Großanlage von Bayer MaterialScience errichtet.

Für Chempark-Leiter Ernst Grigat ist die neue Produktionsanlage eine sehr gute Ergänzung des bestehenden Produktportfolios: "Mit den produzierten Gasen wird sie die neue TDI-Anlage unseres Chempark-Partners Bayer MaterialScience dauerhaft sicher versorgen." Bürgermeister Hoffmann sagte: "Wir freuen uns, dass sich das international renommierte Unternehmen Air Liquide für Dormagen entschieden hat. Auf Kölner Stadtgebiet zwar, aber im Dormagener Chempark — daher herzlich willkommen! Die Ansiedlung hilft unserem Wirtschaftsstandort, weil sie einen wichtigen Teil der Rohstoffversorgung im Chempark sicherstellt. Das Vorhaben bettet sich in das Meilensteinprojekt der neuen TDI-Anlage ein. Air Liquide bringt uns zusätzliche Arbeitsplätze und trägt mit Gewerbesteuerzahlungen künftig dazu bei, auch die Stadt liquide zu halten." Hoffmann hob auch die Mitgliedschaft von Air Liquide in der Lokalen Allianz hervor. "Wir haben in Dormagen eine gute Nachbarschaft mit der Industrie, weil die Bürger gut informiert werden."

Im Mai 2012 hatte Air Liquide den Zuschlag für den Bau des neuen Steamreformers im Chempark-Standort Dormagen erhalten. Der moderne Reformer wird von den Teams von Air Liquide Global Engineering & Construction Solutions ausgelegt und auf dem Gelände gebaut.

(NGZ)