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Dinslaken: Zwei liberale Parteien buhlen um Gunst der Wähler

Dinslaken : Zwei liberale Parteien buhlen um Gunst der Wähler

Gerald Schädlich ist neuer Vorsitzender der FDP, Vorgänger Mirko Perkovic gründet eigene Partei LIMIT.

Nach dem Rückzug von Bernd H. Minzenmay sollte Mirko Perkovic so etwas wie der jugendliche Hoffnungsträger der Dinslakener FDP sein. Damit ist es seit Januar vorbei. Nach parteiinternen Querelen warf der letzte verbliebene Ratsvertreter der liberalen Partei in Dinslaken den Vorsitz der FDP hin, sein Ratsmandat allerdings behielt er und kündigte an, fortan als Parteiloser liberale Positionen in der Stadtverordnetenversammlung vertreten zu wollen. Parteilos ist er nun nicht mehr. Am Mittwoch hat Mirko Perkovic gemeinsam mit weiteren "Abtrünnigen" der FDP seine eigene Partei gegründet. Er ist nun Vorsitzender der Liberalen Mitte - kurz: LIMIT. Zu seinem Stellvertreter machten die Gründungsmitglieder Matthias Stickel. Das Schatzmeisteramt bekleidet Stefanie Delhees. Auch über ein Grundsatzpapier stimmte die junge Partei ab, das ihre liberale Handschrift kenntlich machen soll. Hierin heißt es unter anderem: "Dinslaken ist ein Raum unternehmerischer Freiheit, in dem die Bürger ihren Unternehmergeist entfalten können, zum wirtschaftlichen Aufschwung vor Ort beitragen und ihre kleinen Unternehmen weiterentwickeln können. Die Liberale Mitte (LIMIT) fördert eine schlanke Stadtverwaltung, die Regulierung auf das Notwendigste beschränkt. Eine liberale Stadt ist kein von Bürokratie und übergroßer Verwaltung beherrschter Ort, sondern ein von Effizienz und Effektivität geprägter Raum." Ziel der neuen Partei, die bislang über neun Mitglieder verfügt, ist es laut Perkovic, sich bis zur Kommunalwahl 2020 so aufzustellen, dass sie einen schlagkräftigen Wahlkampf um die Ratssitze führen kann. Bis dahin will Perkovic sein Amt als Stadtverordneter nutzen, um zu zeigen, dass LIMIT frischen Wind in den Dinslakener Rat bringen kann. "Wir werden den Bürgerinnen und Bürgern zuhören und deren Wünsche und Anregungen in die Ratsarbeit einbringen", sagte er.

Zeitgleich mit der Neugründung hat sich auch die "alte" FDP neu aufgestellt. Mit Gerald Schädlich, Perkovics Rivalen in der parteiinternen Auseinandersetzung, hat sie einen neuen Vorsitzenden gewählt. Perkovic hatte Schädlich vorgeworfen, die Partei übernehmen zu wollen und zu diesem Zweck Familienmitglieder für die FDP zu rekrutieren, was dieser entschieden zurückgewiesen hatte. Als auch der Kreisvorstand den Neuaufnahmen zustimmte, hatte Perkovic für sich die Konsequenzen gezogen, den Vorsitz niedergelegt und sein FDP-Parteibuch zurückgegeben. Gerald Schädlich, den beim Ortsparteitag am Mittwoch bei einer Gegenstimme 20 der 21 stimmberechtigten FDP-Mitglieder zum Vorsitzenden wählten, zeigte sich gestern nicht sonderlich beeindruckt von der neuen erwachsenen liberalen Konkurrenz LIMIT. Er ist zuversichtlich, dass die FDP unter seiner Führung die Dinslakener wird überzeugen können. Ihn unterstützen als zweite Vorsitzende Thomas Meyer und Dennis Jegelka. Neue Schatzmeisterin ist Vera Delshad-Jooposht. Das Amt des Geschäftsführers hat Reinhard Claves übernommen. Florian Kendza und Julian Holsteg sind die Beisitzer. Einstimmig beschloss die Versammlung, dass sich der Ortsverband umbenennt und künftig als Stadtverband Dinslaken firmiert.

(jöw)