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„Zum Johanniter“-Wirt Walsum verleiht Luftfilter an Kitas

Gute Nachbarschaft in Walsum : „Zum Johanniter“-Wirt verleiht Luftfilter an Kindertagesstätten

Gastronom Gregor Opgen-Rhein hat acht Luftfilteranlagen für seine Säle im „Zum Johanniter“ angeschafft und kann sie nicht einsetzen. Die Kitas in der Nachbarschaft aber schon. Und jetzt dürfen sie das auch.

Zigtausend Euro hat Gregor Opgen-Rhein, Inhaber der Walsumer Traditionsgaststätte „Zum Johanniter“ in acht Luftfiltergeräte gesteckt: sechs für seinen großen Saal, zwei für den kleinen.Geld, das er nachträglich über Fördermittel zurückzubekommen hofft. Aber erstmal hat er es halt investiert. In der Hoffnung, dass seine Gäste wieder zu ihm dürfen.

Doch prompt nach Anschaffung stand der nächste Lockdown vor der Tür. Lang im Voraus gebuchte Feierlichkeiten zu Hochzeiten, Karneval, runden Geburtstagen, Taufen oder anderen Anlässen wurden reihenweise abgesagt oder mussten wegen der rechtlichen Vorgaben gecancelt werden. „Die erste Hochzeit wird bei mir vermutlich erste am 22. Juli wieder stattfinden. Bis dahin ist alles storniert“, sagt der Wirt. „Ich habe gerade schon wieder jemanden gehabt, der sogar für Mitte August abgesagt hat.“

Da stand er also nun mit seinen Luftfilteranlagen. Und die Kita nebenan stand dafür mit Andrang, aber ohne Luftfilter da. Und Opgen-Rhein dachte bei sich: „Ich hab’ sie, aber ich brauch’ sie nicht - also kann ich sie bis zu den Sommerferien an die Kita geben.“ Gesagt, getan. Die benachbarte Kita St. Dionysius am Lehmkuhlplatz und die Kita Herz Jesu dürfen die professionellen Luftfilteranlagen jetzt ab sofort nutzen.

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„Besser kann die Luft zwischen Nachbarn nicht sein“, findet Gabi Schuchardt, Leiterin der katholischen Kindertagesstätte „St. Dionysius“ mit großer Erleichterung.

„Mit dem vom Land NRW geplanten Start des regulären Kita-Betriebs ab 7.6. wächst zunehmend die Sorge, dass das Corona-Risiko für alle Kita-Beteiligten wieder rapide steigt. Zumal mittlerweile klar ist, dass das Ansteckungsrisiko über Kinder keinesfalls geringer ist, als bei Erwachsenen“, erklärt ihr der Verbund „Katholische Kindergärten & Familienzentren“, zu dem die Kitas gehören. „Aufgrund der hohen Kosten von qualifizierten Luftfilteranlagen ist es für Kindertageseinrichtungen selten möglich, aus eigenen Kita-Mitteln eine solche technisch wünschenswerte Maßnahme zu finanzieren.“

„Wenn schon nicht unsere Gäste und wir von diesen Filteranlagen selbst profitieren können, dann sollen es wenigstens meine kleinen Kita-Nachbarn und ihre Erzieherinnen können.“ sagt Gregor Opgen-Rhein. So etwas sei nicht selbstverständlich, würdigt der Kita-Verbund. „Wie gut, wenn man solche Nachbarn hat.“

(szf)