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Zerstrittenes Ex-Paar vor dem Landgericht Duisburg

Berufungsverhandlung : Zerstrittenes Ex-Paar vor Gericht

Mann soll seine frühere Partnerin auf einem Hundeplatz in Voerde mit der Tür eines Zwingers verletzt haben. Es bestehen allerdings Zweifel.

(bm) Der Jahreswechsel ist für die Ordnungshüter selten ein Termin, an dem sie über Langeweile klagen müssen. Ein einstmals glückliches Paar tat am Neujahrstag 2017 sein Möglichstes, um die Polizei zusätzlich auf Trab zu halten. Gleich zwei Mal wurden die Beamten innerhalb weniger Stunden zu einem Streit auf einem privaten Hundeplatz in Voerde gerufen. Das Geschehen beschäftigt nun in zweiter Instanz das Landgericht Duisburg.

Ein 51-jähriger Essener kämpft gegen eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Amtsgericht Dinslaken hatte ihn zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Das Gericht hatte keinen Zweifel daran gehabt, dass er im Streit mit seiner Ex-Freundin die Tür eines Hundezwingers aus den Angeln hob und der 36-Jährigen an den Kopf warf.

„So war das aber nicht“, beteuerte der Angeklagte vor dem Berufungsgericht. „Ich war wütend, habe die Tür zu schnell aufgerissen.“ Wie schon mehrfach zuvor habe er den nur wenige Kilo wiegenden Rahmen mit Drahtgeflecht dabei aus der Halterung gerissen. „Sie stand genau hinter mir. Es ist möglich, dass sie das Ding aus Versehen vor den Kopf gekriegt hat.“ Der 51-Jährige gab zu, dass es immer wieder zum Streit kam. Zum einen offenbar wegen der Trennung, zum anderen wegen Geldforderungen, die aus einer gemeinsamen Hundezucht resultierten. Bis zu dem Vorfall beschäftigte das Ex-Paar die Justiz schon mit einer Reihe von Zivilprozessen.

Die Hauptbelastungszeugin war sich sicher, dass der Angeklagte die Tür gezielt nach ihr warf. „Er wollte mich daran hindern, das Gelände zu verlassen.“ Das habe der Angeklagte auch schon zuvor versucht, indem er ihr Zwingergitter in den Weg legte, einen Stapel Transportboxen umwarf – von denen sie eine traf – und sie in einer Autotür einklemmte. Fest steht, dass die Zeugin irgendwann mit einer Schädelprellung im Krankenhaus auftauchte. Doch schon die Uhrzeit ist unklar. Zudem kann derzeit keiner der beteiligten Juristen auseinander halten, was bei welchem der beiden Vorfälle passiert sein soll. Und es bestehen zumindest Zweifel, ob es den Vorfall mit der Zwingertür gab. Geklärt werden soll das bei einer Fortsetzung des Verfahrens am 23. Januar.

(bm)