Zeelink: Hünxe wehrt sich weiter gegen geplanten Trassenverlauf

Über Klage noch nicht entschieden : Zeelink: Hünxe wehrt sich vor Gericht

Die Firma Open Grid Europe, die die Erdgasfernleitung baut, liegt mit den im April begonnenen Bauarbeiten aktuell im Zeitplan und kommt demnächst in die Region Hünxe. Die Gemeinde hält an ihrer Klage gegen die geplante Strecke fest.

Die Zeelink-Leitung wird den Rhein bei Borth queren, auf der andere Seite des Stroms bei Ork in Voerde weiterverlegt und dann auch über Hünxer Gebiet geführt werden. Für die Region Hünxe führt Open Grid Europe gegenwärtig den Rechtserwerb durch, wie ein Sprecher des in Essen ansässigen Unternehmens erklärte. Open Grid benötigt von den Grundstückseigentümern und Pächtern die Erlaubnis, deren Grund und Boden betreten und die Gasleitung verlegen zu dürfen. Die Gemeinde Hünxe hat ihre Erlaubnis dazu versagt und klagt vor dem Verwaltungsgericht. Wie Bürgermeister Dirk Buschmann am Freitag gegenüber der RP bekräftigte, wird an der Klage festgehalten. „Wir gegeben die Grundstücke nicht freiwillig frei“, bekräftigte Buschmann.

„Bereits vor Beginn der Bautätigkeit werden mit den Grundstückseigentümern und Pächtern Gespräche mit dem Ziel geführt, das Grundstück nutzen zu dürfen“, so der Sprecher von Open Grid. Das schließe grundsätzlich Entschädigungsangebote mit ein. Im Regelfall einigten sich Besitzer und Unternehmen einvernehmlich. In den Fällen, in denen keine Einigung erfolge, werde der Rechtsweg beschritten, damit die Leitung weiter verlegt werden könne. „Im Zuge des Baus der Zeelink sind bereits mehrere Besitzeinweisungsverfahren zur Erlangung des zivilrechtlichen Baurechts bei den drei zuständigen Bezirksregierungen Köln, Düsseldorf und Münster beantragt und erfolgreich durchgeführt worden“, erklärte der Unternehmenssprecher. Aufgrund eines solchen Besitzeinweisungsbeschlusses muss Hünxe zulassen, dass Open Grid Grundstücke, die der Gemeinde gehören, betreten und Erdgasfernleitung verlegen darf.

In Voerde und Hünxe gibt es rund 170 Eigentümer, deren Grundstücke von der Leitungsverlegung betroffen sind, einer davon ist die Gemeinde Hünxe. Sie hat gegen das Zeelink-Planfeststellungsverfahren geklagt, da sie mit der vorgesehenen Trassenführung nicht einverstanden ist. Deshalb hat Open Grid von der Gemeinde auch nicht die Erlaubnis erhalten, kommunale Grundstücke nutzen zu dürfen. Es handelt sich um rund 50 Parzellen, wie Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann sagte, in einigen Fällen seien sie nur ein paar Meter groß.

Die zuständige Bezirksregierung in Düsseldorf habe das von Open Grid Europe eingeleitete Besitzeinweisungsverfahren allerdings zugunsten des Unternehmens entschieden. Da die noch laufende Klage der Gemeinde vor dem Oberverwaltungsgericht Münster keine aufschiebende Wirkung hat, kann das Unternehmen mit dem Planungsverfahren und den Arbeiten zum Bau der vorgesehenen Trasse fortfahren.

Ihr Veto gegen den Trassenverlauf begründet die Gemeinde Hünxe mit Sicherheitsbedenken und den von der Gasleitung ausgehenden Gefahren, besonders im Bereich von Wohnbaugebieten. In Drevenack soll die Trasse beispielsweise etwa 300 Meter entfernt von der Grundschule vorbeiführen, der Abstand zu einem Bereich des Neubaugebietes Nelkenstraße wird nur 150 bis 200 Meter betragen.

Gegenwärtig arbeitet Open Grid an der Rheinquerung bei Ork. Die soll Mitte des nächsten Monats erfolgen, wie der Unternehmenssprecher sagte. Vorher wird noch mit den vorbereitenden Arbeiten für die Verlegung der Leitung auf Voerder Gebiet begonnen. Mutterboden soll dann abgeschoben werden, außerdem finden Kampfmittel- sowie archäologische Untersuchungen statt, wie aus der Unternehmenszentrale in Essen weiter zu erfahren war.

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