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Dinslaken: Wut über Lärmschutz-Lücke

Dinslaken : Wut über Lärmschutz-Lücke

Der Lärmschutz war das beherrschende Thema bei der Betuwe-Infoveranstaltung in der Kathrin-Türks-Halle. Die Anwohner an dem Streckenteil, der keine Lärmschutzwand erhalten soll, machten ihrem Ärger Luft.

Rund sechs Kilometer ist der Gleisabschnitt auf Dinslakener Gebiet lang, den die Bahn im Zuge der Betuwe-Linie ausbauen will. An beiden Seiten der Strecke will sie Lärmschutzwände mit einer Höhe zwischen drei und fünf Metern bauen, nur auf der westlichen Seite zwischen der Brinkstraße und der Rotbachquerung soll eine Lücke klaffen. Und das bescherte Stefan Ventzke, Betuwe-Projektleiter bei der Bahn, bei der Informationsveranstaltung in der Kathrin-Türks-Halle einen schweren Stand. Die betroffenen Anwohner, deren Häuser nur einen passiven Lärmschutz — sprich: schalldichtere Fenster oder Dämmung — bekommen sollen, machten ihrem Unverständnis und ihrem Ärger Luft.

Auch die Begründung für diese Lücke, die Ventzke nannte, war so gar nicht geeignet, sie zu beruhigen. Der berief sich aufs Gesetz, wonach die Lärmschutzwände nicht gebaut werden müssen, wenn die Kosten "außerhalb des Verhältnis zum Nutzen stehen". Angesichts der dünnen Bebauung in dem betroffenen Bereich ist das nach Ansicht der Bahn so. Das sahen die Anwohner naturgemäß anders. Sie verwiesen darauf, dass sie ohne Lärmschutzwand sich nicht mehr in ihren Gärten aufhalten könnten und brachten auch den Sicherheitsaspekt ins Spiel. Ohne Lärmschutzwände sei auch die Sicherheit bei eventuellen Unfällen eingeschränkt. Außerdem befürchteten sie, dass sie wegen der Lärmschutzwand auf der anderen Seite der Strecke noch höheren Belastungen ausgesetzt würden, weil der Schall von der Wand zurückgeworfen werde.

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In diesem Punkt konnte Ventzke ein wenig Entwarnung geben, da es sich um eine "hoch absorbierende Lärmschutzwand" handeln werde, die den Schall nicht so stark reflektiere. Ansonsten zeigte der Vertreter der Bahn Verständnis für den Ärger der Anwohner, konnte sie aber nur auf ihr Recht hinweisen, ihre Einwände im nun beginnenden Planfeststellungsverfahren zum Ausbau des Dinslakener Streckenteils, dessen Vorbereitung die Informationsveranstaltung diente, geltend zu machen. Das Eisenbahnbundesamt werde diese vor der Genehmigung der Bahnplanungen abwägen.

Zum Thema Erschütterungen machte Ventzke deutlich, dass die Planungen so ausgelegt seien, wie es im Gesetz, das keine Grenzwerte festschreibe, vorgesehen sei. Es werde auch nach Ausbau der Strecke und bei steigenden Zugzahlen keine Verschlechterung zum Ist-Zustand eintreten.

Internet Bisherige Berichterstattung unter ww.rp-online.de/dinslaken

(RP/ac/rl)