Wochenmarkt Dinslaken bietet vor allem Äpfel aus der Region an

Der 11. Januar ist der Tag des deutschen Apfels : Apfeltag mit Elstar, Topas und Rubinette

Auf dem Wochenmarkt werden derzeit auch alte Sorten aus der Region angeboten.

Der Apfel hat es in den Kalender der kuriosen Gedenktage geschafft. Am 11. Januar feiert man den „Tag des deutschen Apfels“. Ins Leben gerufen hat ihn 2010 die Deutsche Apfel-Erzeugerorganisation. Damit aber nicht genug, es gibt noch den Tag des Apfelkuchens (13. Mai), den Tag des Apfelstrudels (17. Juni) und sogar den internationalen „Iss-einen-roten-Apfel-Tag“.

Eines der wichtigsten Apfelanbaugebiete Deutschlands liegt im Rheinland, unter anderem auch am Niederrhein. Über 30 verschiedene Apfelsorten soll es hier geben. Am Marktstand von Volker Scholten in Dinslaken gibt’s davon allerdings nur einen Bruchteil. Er bezieht seine Äpfel vom Reeser Vriendshof. „Es ist eine gewachsene Tradition hier auf dem Markt hauptsächlich Obst und Gemüse aus der Region zu verkaufen“, erzählt seine Frau Katja. „Nur so können wir auch die Qualität garantieren“, sagt Volker Scholten. Elstar, Rubinette, Karmij, Boskoop, Topas, Gala Royal und Cox sind die Apfelsorten, die er an seinem Marktstand vertritt. Knackig, saftig und aromatisch sollen sie sein, das verlangen seine Kunden. Auch der Golden Delicious sei noch sehr beliebt, „doch den gibt es nur für eine kurze Zeit“, erzählt Volker Scholten, „und die ist schon vorbei.“

Die ersten Frühäpfel werden bereits im August geerntet, die letzten, dazu gehört der Braeburn, erhalten ihre Reife im Oktober/November. Sie alle können bis zu sechs Monate gelagert werden, klärt Ralf Risse vom ehemaligen Bodstein-Marktstand, der nach Verkauf nun zur Firma Bancarella gehört. Im Sommer, erzählt Risse, würden vielfach Äpfel aus anderen Ländern auf den Markt gelangen, sogar aus Neuseeland. Seine Apfelsorten kommen derzeit aus der Xantener Region und aus dem Alten Land an der Niederelbe. „Dort wachsen die Äpfel noch am klassischen Hochbaum“, erklärt Risse. Das mache allerdings nur noch rund fünf Prozent des Apfelanbaus aus, 95 Prozent seien Spalierobstbäume. Bemerkbar mache sich dies seiner Meinung nach am Geschmack.

Edeka Bienemann kauft beim Großhandel. Dafür gibt es hier aber über 15 Sorten, die nicht alle aus Deutschland kommen. So hat der Granny Smith den weitesten Weg nach Dinslaken zurückgelegt. Er kommt aus Chile, andere aus Frankreich, Italien, Österreich. Eine bessere Qualität und das ganze Jahr über verfügbar, so die Begründung von Edeka.

Dort könnten Äpfel das ganze Jahr geerntet werden. Qualität und Preis seien für den Kunden entscheidend. Deutsche Äpfel würden schneller umschlagen, würden von innen heraus schneller schlecht.

Das sieht Peter Malzbender vom Nabu ganz anders. „Die alten Apfelsorten, wie es sie schon immer am Niederrhein gegeben hat, müssen erhalten werden“, sagt Malzbender. Und das hat sich der Nabu auch auf die Fahne geschrieben und 2010 in Löhnen eine Streuobstwiese mit Hochstammbäumen angelegt. „Davon gibt es noch viele hier am Niederrhein und auch in Voerde“, erzählt er.

Früher hätten die Bauern ihre Ernte auf den Markt gebracht, heute seien nur noch vereinzelte Privatpersonen mit ihrer Apfelernte dort vertreten.

(big)