Dinslaken: Wildblumen-Offensive in der Innenstadt gegen Bienensterben

Dinslaken : Wildblumen-Offensive in der Innenstadt gegen Bienensterben

Die Politik in Wesel möchte, dass Landwirte auf städtischen Pachtflächen in der Aue keine Gülle ausfahren.

Dass etwas gegen das dramatische Insekten- und Bienensterben getan werden muss, darin waren sich die Mitglieder des Weseler Wirtschaftsförderungs- und Grundstücksausschusses einig. Und so kamen die Politiker nach längerer Diskussion überein, dass vor allem Flächen in der Innenstadt und in der Aue verstärkt in Wildblumen-Wiesen umgewandelt werden sollen, die Insekten als Lebensgrundlage dienen. Außerdem sollen Landwirte, die städtische Flächen gepachtet haben, verpflichtet werden, Feldränder nur noch gelegentlich zu mähen, um der Artenvielfalt eine Chance zu geben.

Dass das alles nicht zum Nulltarif zu haben ist, auch darüber waren sich alle einig. Denn wenn Landwirten künftig untersagt wird, Pachtflächen in der Aue mit Gülle zu düngen, werden diese auch weniger Pacht an die Stadt zahlen müssen, weil zwangsläufig ihre Erträge sinken.

Hans-Georg Oberender vom städtischen Betrieb Abfall, Straßen, Grünflächen (ASG) hatte zu Beginn der Sitzung deutlich gemacht, dass Wildblumen nur auf ausgemagerten Böden wachsen könnten. Nötig sei der Einsatz von regionalem Saatgut auf den Flächen, die intensiver Betreuung und Pflege bedürfen, um langfristig den gewünschten Erfolg zu haben.

Während SPD-Fraktionschef Ludger Hovest davon sprach, solche Wildblumen-Areale auch gegen den Widerstand von Anwohnern auf innerstädtischen Flächen aufzubauen, gab Michael Brinkhoff (CDU) zu bedenken, nicht einfach etwas zu bestimmen, sondern die Bürger intensiv zu informieren. Womöglich könne man einige überzeugen, selbst kleinere Flächen im Außenbereich in Wildblumen-Wiesen umzuwandeln.

Widerspruch ernteten Ludger Hovest und sein Parteifreund Rolf Blommen übrigens, als sie behaupteten, im Aaper Busch und in Bislich würden "niederländische Tankwagen Gülle verklappen". Michael Brinkhoff erklärte, dass es "auch Lohnunternehmer mit niederländischen Kennenzeichen gibt". Außerdem müssten alle Landwirte, die Tiere halten, ausreichend Flächen nachweisen, auf denen sie Gülle ausbringen könnten.

Am Ende forderte die Politik die Verwaltung unter anderem auf, in regelmäßigen Abständen über den Stand der Dinge in Sachen Wildblumen-Wiesen und Gülle zu berichten.

(RP)