Dinslaken/Voerde Wie Senioren sich gegen die Hitze schützen

Dinslaken/Voerde · Die sommerlichen Temperaturen machen älteren Menschen zu schaffen. Ausreichend Trinken ist besonders wichtig.

 Viel Trinken ist bei großer Hitze wichtig: Hier gießt sich Maria Geist ein Glas Mineralwasser ein.

Viel Trinken ist bei großer Hitze wichtig: Hier gießt sich Maria Geist ein Glas Mineralwasser ein.

Foto: Hans-Jürgen Bauer

In den Notaufnahmen der beiden Dinslakener Krankenhäuser häufen sich die hitzebedingten Einlieferungen. Besonders ältere Menschen, die nicht genug trinken, sind bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke besonders gefährdet. "Wir merken schon, dass solche Fälle bei uns derzeit sehr gehäuft auftreten", sagt Manuel Krey, ärztlicher Leiter der Notaufnahme des Sankt-Vinzenz-Hospitals. Dabei kann die so genannte Exsikkose, das Austrocknen des Körpers, auch schwerwiegende Folgen haben. "Das Blut dickt ein. Es kann zu Schlaganfällen kommen – oder zum Herzinfarkten", erklärt Manuel Krey. Symptome wie Erbrechen oder Durchfall, die dem Körper zusätzlich Flüssigkeiten entziehen, verstärken die Problematik. Die Patienten brauchen vor allem genügend Flüssigkeit. "Bei einigen Patienten muss man diese auch intravenös verabreichen", sagt Krey. Ansonsten würde Abkühlung helfen. "Leider haben wir keine Klima-Anlage in den Patientenzimmern."

Auch im evangelischen Krankenhaus Dinslaken häufen sich die Fälle, in denen Menschen durch die Hitze Probleme mit dem Kreislauf bekommen. "Das hält sich allerdings alles im für die Jahreszeit üblichen Rahmen", erklärt Gabriele Beyer, Pressesprecherin des Klinikums. "Bei Temperaturschwankungen kann es immer zu Kreislaufproblemen kommen – auch, wenn es kälter wird."

Besonders in Seniorenzentren gilt es für das Personal auf die Bewohner zu achten. "Wir hatten diesen Sommer zum Glück noch keinen Bewohner, der wegen der Hitze Probleme mit dem Kreislauf hatte", sagt Monika Schmidt, Pflegedienstleiterin des Awo-Seniorenzentrums Altes Rathaus in Voerde. Hier hat man sich auf die besonders warmen Temperaturen eingestellt. "Wir haben überall Ventilatoren aufgestellt, wobei man da aufpassen muss, dass die Bewohner keinen Zug bekommen. Manchen wird es dann auch einfach zu kalt", sagt die Pflegedienstleiterin weiter. Außerdem wird den Senioren verstärkt Wasser angeboten. "An den meisten Zimmern haben wir außerdem einen Sonnenschutz oder Markisen, die bei diesen Temperaturen genutzt werden", erklärt Monika Schmidt. Außerdem stehen im Garten des Seniorenzentrums Sonnenschirme bereit, die den Menschen, die sich draußen aufhalten möchten, Schatten spenden sollen. Diese werden allerdings nur bedingt genutzt. "Wenn es zu warm ist, meiden unsere Bewohner den Außenbereich", sagt Monika Schmidt.

Auch im Sankt-Franziskus Altenpflegeheim in Dinslaken bedeutet die Hitze erhöhten Einsatzaufwand für das Personal. "Bei der Hitze ist es die größte Arbeit, alle Bewohner mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen", sagt Gabriele Schadey, die stellvertretende Pflegedienstleiterin der Einrichtung. "Ansonsten reduzieren wir alles, was eine Belastung für die alten Menschen darstellt." Außerdem gibt es auch kühle Fußbäder für die Bewohner und ab und zu ein Eis. "Darüber haben sie sich besonders gefreut, sich in kleinen Gruppen zusammengesetzt und das genossen", sagt Gabriele Schardey.

(fla)