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Wie aus Dinslaken, Voerde und Hünxe Daten für den Mikrozensus kommen

Mikrozensus in Dinslaken, Voerde, Hünxe : Die jährliche Datensammlung

Bürger aus 424 Haushalten in Dinslaken werden 2022 einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen müssen. Der Mikrozensus startet wieder, der dem Land wichtige Informationen liefern soll. Die Teilnahme ist Pflicht.

Vor gut 2000 Jahren fand die vermutlich prominenteste Volkszählung statt. Da machte sich ein gewisser Josef mit seiner Frau Maria auf den Weg nach Bethlehem, um sich in seiner Heimat registrieren zu lassen. Da passt es zeitlich gut, dass kurz nach Weihnachten traditionell auch der Mikrozensus startet. Der große Zensus ist schon einige Jahre vorüber, die Daten nicht mehr aktuell. Daher fragt das Statistische Landesamt (IT.NRW) jährlich noch mal eine Nummer kleiner nach. 80.000 Bürger in Nordrhein-Westfalen müssen einen Fragebogen ausfüllen, auch im Kreis Wesel.

In Dinslaken müssen im Laufe des Jahres 424 Haushalte Auskunft geben, in Voerde sind es 160 und in Hünxe 88. Die Zahl richtet sich unter anderem nach der Größe der Kommune. Daher werden in Moers auch gleich Personen in 632 Haushalten befragt. In Dinslaken startet die Befragung bereits im Januar in 48 Haushalten. Auch die Personen in Voerde und Hünxe sind bereits Anfang des Jahres an der Reihe. Wer befragt werden soll, findet eine entsprechende Mitteilung im Briefkasten. Die werden von „Erhebungsbeauftragten“ verteilt.

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Unter welchen Bedingungen leben die Menschen in Nordrhein-Westfalen? Wie ist die Bildungs- und Erwerbssituation der Bevölkerung? Wie viele Familien mit Kindern gibt es in NRW? Wie viele Menschen haben einen Migrationshintergrund? Diesen Fragen gehen die Statistiker bei der Umfrage unter anderem nach.

Die Befragungen der Haushalte sind gleichmäßig auf alle Wochen des Jahres verteilt. Landesweit setzt IT.NRW für die Befragungen der Haushalte unterstützend rund 220 Interviewerinnen und Interviewer ein. Um Datenschutz und statistische Geheimhaltung zu gewährleisten, sind diese zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation finden die Befragungen nicht mehr persönlich, sondern telefonisch statt.

Wie viele Stunden arbeiten Sie normalerweise pro Woche? Wie schnell ist Ihr Internetanschluss? Wie hoch sind Ihre Kosten für Heizung und Warmwasser? Solche Fragen gilt es auf dem recht umfangreichen Fragebogen zu beantworten. Neu ist seit einiger Zeit, dass die Bürger die Fragen auch online beantworten oder einen Papierfragebogen ausfüllen und an das Statistische Landesamt schicken können. Auf Dauer sei es Ziel, die Menschen dazu zu bewegen, die Fragebogen online auszufüllen, so Claudia Key von IT.NRW. Für den überwiegenden Teil der Fragen besteht nach dem Mikrozensus-Gesetz eine Auskunftspflicht.

Wer sich weigert, die Fragen zu beantworten, wird noch mehrfach dazu aufgefordert. Im Extremfall kann dann sogar ein Zwangsgeld verhängt werden, das sich nach dem Einkommen richtet. Das sei aber sehr selten der Fall. Abgefragt werden persönliche Merkmale wie Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Schulbesuch und Erwerbstätigkeit.

Die Befragten sind verpflichtet, wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Sonst würden die Zahlen verfälscht. Wenn jemand Student sei und angebe, acht Kinder zu haben, werde man schnell stutzig.

Der Mikrozensus wird seit 1957 jedes Jahr bei einem Prozent aller Haushalte im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Es handelt sich um eine Flächenstichprobe, das heißt, es werden Straßenzüge oder Gebäude nach einem mathematischen Zufallsverfahren ausgewählt. Haushalte, die in diesen „ausgelosten” Gebäuden wohnen, werden innerhalb von fünf aufeinanderfolgenden Kalenderjahren bis zu viermal für den Mikrozensus befragt.