Voerde: Werner Ellenberger ist aus der FDP ausgetreten

Voerde: Werner Ellenberger ist aus der FDP ausgetreten

Werner Ellenberger, langjähriges FDP-Mitglied aus Voerde, ist aus der Partei ausgetreten, um einem drohenden Parteiausschluss zuvor zu kommen. Als Begründung für seinen Schritt gab er an, dass er darüber nachgedacht habe, bei der bevorstehenden Kommunalwahl als Einzelkandidat anzutreten.

Daraufhin habe er beim FDP-Kreisverband nachgefragt, ob eine solche Kandidatur möglicherweise als parteischädigend angesehen werden könnte. Ihm wurde daraufhin geantwortet, dass nach der Rechtsauffassung des Kreisverbandes eine solche Bewerbung in der Tat parteischädigend sei. Außerdem, so sei ihm mitgeteilt worden, habe es bereits eine Nachfrage in dieser Angelegenheit vom FDP-Ortsverband Voerde gegeben. Für ihn sei es die logische Konsequenz, lieber selber aus der Partei auszutreten, bevor er ausgeschlossen werde.

Werner Ellenberger denkt nach eigener Aussage nicht daran, nun einer anderen Partei beizutreten. Eine Entscheidung, ob er tatsächlich bei der Kommunalwahl als parteiloser oder unanhängiger Kandidat antritt und sich um einen Sitz im Stadtrat bewirbt, hat er noch nicht getroffen. Allerdings bekräftigte er gegenüber der Rheinischen Post, dass er weiterhin Lokalpolitik machen werde und sich weiter einmischen wolle. Sein Engagement in der Initiative gegen die Umbenennung der Hindenburgstraße (B 8) habe ihm viel Bestätigung von anderen Voerdern eingebracht und ihn darin bestärkt, sich auch künftig politisch einzubringen.

Vorausgegangen sind dem Austritt Werner Ellenbergers parteiinterne Querelen. Bei der Besetzung der Listenplätze der Voerder FDP für die Kommunalwahl kam es zur offenen Konfrontation zwischen Ellenberger und dem Fraktionsvorsitzenden Bernhard Benninghoff. Beide kandidierten für Platz eins auf der Reserveliste. In der Abstimmung unterlag Ellenberger dem 79-jährigen Benninghoff, der noch nicht daran denkt, sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen. Für einen anderen Listenplatz wollte Ellenberger sich allerdings nicht bewerben. Für ihn kam — ebenso wie für Bernhard Benninghoff — nur der Spitzenplatz (des künftigen Chefs der liberalen Fraktion) in Frage. Da er allerdings verlor, gehörte er nicht zum Team der FDP-Ratskandidaten.

(hsd)