Dinslaken: Wenn Manni und Chantal Klopapier klauen

Dinslaken: Wenn Manni und Chantal Klopapier klauen

Gaunerkomödie frei nach "Bonnie und Clyde"in der Aula des Gustav-Heinemann-Schulzentrums.

Wenn innerhalb von vier Tagen der dritte Banküberfall noch keinen einzigen Cent eingebracht hat und das ganze Land trotzdem nach einem sucht, dann ist einiges schief gegangen. Eben diese verrückte Gauner-Komödie mit dem Titel "Zwei wie Bonnie und Clydedenn sie wissen nicht, wo sie sind!" von Sabine Misiorny und Tom Müller brachte jetzt gute Laune in die Aula des GHZ.

"Ich brauche gar keinen Text zu lernen, ich kriege auch so Applaus", witzelte Silke Jurk nach der Begrüßung. Sie schauspielert seit 2010, auf der Bühne steht sie mit allerlei Zauberkünsten schon seit ihrem neunten Lebensjahr. Zusammen mit Rüdiger Bendel wollte sie ein Zwei-Mann-Stück aufführen, durchforstete auf der Suche nach einem passenden Drehbuch allerlei Geschichten, bis sie schließlich die Geschichte von Manni und Chantal fand, über die sie schon beim Lesen Tränen lachte. Mit nur zwei Schauspielern und wenig Bühnenbild erzählten die beiden eine spannende und vor allem lustige Geschichte.

Denn Manni und Chantal, ein nicht ganz ernst zu nehmender Verschnitt von Bonnie und Clyde, träumen vom großen Geld, um nach Las Vegas zu fliegen - da liegt ein Banküberfall quasi auf der Hand. Klingt einfach, ist es aber nicht. Mit der vermeintlich wertvollen Aldi-Tüte in der Hand landen die beiden nach einigen Orientierungsproblemen in einer Lagerhalle und hören die Nachrichten im Radio. Statt über den erfolgreichen Banküberfall zu berichten, erzählt die Stimme allerdings nur von einer geklauten Tüte voller Lebensmittel. "Was für Idioten", grinst Chantal. Doch die Idioten sind natürlich sie selbst, als sie statt der 100.000 Euro Kaffee, Fertiggerichte und Klopapier aus ihrer vertauschten Tüte holen. Ein Gutes hat es aber doch, stellt Chantal fest: "Ich habe nämlich vergessen, fürs Wochenende einzukaufen." Manni plant direkt den nächsten Überfall. Mit Stuhl und Seil üben sie den Coup, schnell die Feinstrumpfhose übergezogen - der Anblick sorgte für Lachanfälle bei den Zuschauern - und weiter geht es mit dem unfehlbaren Plan, der am Ende doch ziemlich fehlbar ist.

Immer wieder trat der arme Manni in Interaktion mit dem Publikum, wenn Chantal mal wieder besonders doofe Fragen stellte: "Womit haben wir die nur verdient?", sodass eine ganz persönliche Atmosphäre entstand. Genau diese genießt auch Silke Jurk beim Schauspielern: "Es ist so schön, direkt die Zuschauerreaktionen mitzubekommen." Und die waren an diesem Abend durchweg positiv, denn als Manni und Chantal auf Umwegen doch noch zu ihrem Geld kommen, kann sich nicht etwa Manni nach Las Vegas absetzen, sondern wegen eines Missgeschicks die naive Chantal. Da bleibt Manni nur resigniert zu sagen: "Gott ist doch immer mit die Blöden."

(RP)