Weihnachtsgeschäft in Dinslaken: Handel zieht gemischte Bilanz

Konkurrenz Online-Handel wird spürbar : Weihnachtsgeschäft: Nicht alle Händler zufrieden

Neutor-Galerie, Decobar und Buchhandlung Korn sind zufrieden mit den Umsätzen. Andere Anbieter sind enttäuscht.

Auf den letzten Drücker ziehen viele Menschen kurz vor Weihnachten los, um die letzten Geschenke zu besorgen. Auch Andrea Küppers sucht noch ein Präsent, dafür stöbert sie in der Dinslakener Buchhandlung Korn. „Das Geschäft hat viel Charme, hier finde ich ausgewählte Bücher, lasse mich gerne inspirieren“, sagt die 31-Jährige, die in Göttingen wohnt, aber in Dinslaken aufgewachsen und für die besinnlichen Tage hergekommen ist. Immer wieder betreten Kunden die Buchhandlung Korn, lassen sich beraten. Inhaberin Brigitte Korn zeigt sich zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft, gerade Literatur für die Jüngeren wird derzeit oft mitgenommen: „Wir verkaufen viele sehr schöne Kinderbücher.“ Aufgrund des Online-Handels ist die Konkurrenz groß, es sei nicht einfach zu überleben. „Doch wir haben unsere Nische gefunden“, sagt Korn, die zusammen mit Mitarbeiterin Judith Ostermann vor allem auf privat geführte Verlage und den Kontakt zu unbekannteren Autoren setzt.

Gerne geben sie Empfehlungen, „zu unseren Kunden haben wir eine schöne Vertrautheit“, unterstreicht Korn. Bücher, die mehrfach im Regal stehen, wie „Ein Bündel Wegerich“ von Christa Ludwig oder „Tochter des Diktators“ von Ines Geipel, „haben wir selbst gelesen“, erklärt die Inhaberin. Sie fühlen sich dem „Kunden verpflichtet“, wollen, dass jeder Einzelne ein rundum gutes Einkauferlebnis hat.

Jacqueline Klein, Mitarbeiterin im Spielwarengeschäft „Haus des Kindes Bartz“, äußerst sich kritisch zum Weihnachtsgeschäft, die ersten Wochen verliefen schleppender: „Anfangs waren die Kunden noch nicht in Weihnachtsstimmung.“ Doch insbesondere mit den letzten Tagen sei sie sehr zufrieden.

Verkaufsschlager sind in diesem Jahr wieder Lego- und Playmobil-Waren, aber auch das Spiel des Jahres „Azul“. Beliebt sei zudem vor allem das Spiel „Gravitax“; hier bauen Kinder und Jugendliche ihre eigenen Kugelbahnsysteme nach den Gesetzen der Schwerkraft. Der Spielwarenladen versucht mit Service zu punkten. „Gerne packen wir die Geschenke ein und berücksichtigen Kundenwünsche“, sagt Klein. So hat das Geschäft zum Beispiel das Sortiment um Modellbau-Produkte von Revell erweitert.

Ziemlich enttäuscht über das Weihnachtsgeschäft ist Bärbel Wiering, Mitarbeiterin des Kinderbekleidungsgeschäftes Ernsting’s Family an der Neustraße: „Die Adventssamstage liefen nicht so berauschend und der verkaufsoffene Sonntag war eine absolute Pleite.“ Unter der Woche sei mehr los gewesen. Verkaufsrenner sind der Feuerwehrmann Sam und Einhornprodukte, sagt Wiering. Insgesamt aber sei der Verkauf weniger geworden in den vergangenen Jahren, es werde mehr und mehr online eingekauft. Viele Kunden bestellen auch die Artikel von Ernsting’s Family im Internet und lassen sie dann oft in die Filiale liefern.

Julian Koch, Centermanager der Neutor-Galerie, ist „sehr zufrieden“. Die Besucherzahlen zur Weihnachtszeit seien gut, voraussichtlich sei der Umsatz ein wenig höher als im Vorjahr, obwohl noch keine Zahlen vorliegen, so Koch. Der Weihnachtsmarkt vor der Galerie diene als Magnet, „davon profitieren wir sehr“, sagt Koch.“

Auch Dirk Schlimm, Inhaber der Decobar, ist erfreut über das bisherige Weihnachtsgeschäft: „Seit Ende Oktober war hier schon mehr los.“ Der Laden sei weniger betroffen durch den Online-Handel, viele lassen sich viel mehr im Geschäft inspirieren, sagt Schlimm. Die Kunden, die Kerzen, Kissen oder auch Vasen kaufen, kommen eher unter der Woche, weniger an den Samstagen, so Schlimm.

Zufriedenstellend fällt das Urteil auch von Annette Mayer, Inhaberin des gleichnamigen Frauen-Fachgeschäftes Annette Mayer Moden, aus: „Wir haben eine ähnliche Bilanz im Vergleich zum letzten Jahr.“ Sie lebe von einer großen Stammkundschaft.

(ten)
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