Dinslaken: Warum Erzieher auch schimpfen müssen

Dinslaken: Warum Erzieher auch schimpfen müssen

Zum bundesweiten Aktionstag "Boys' Day" bot der Jungenarbeitskreis (JAK) Dinslaken gestern die "4. Dinslakener Männerbörse" an - zum zweiten Mal im ND-Jugendzentrum, vorher war man im P-Dorf zu Gast.

Rund 80 Jungen, hauptsächlich von der Sekundarschule in Dinslaken und der Janusz-Korczak-Förderschule in Möllen, waren der Einladung gefolgt und ließen sich von den Workshopleitern in deren Leben und Berufsfelder einführen: von Michael Belter (Bandfotograf und Mediengestalter), Theo Bours (Bäcker, Soldat und Sexualpädagoge, Awo), Torsten Stückler (Verwaltungsangestellter, Erziehungsberatung), Manuel Stiefel (Koch, Caritas), Fabian Filzmoser (Erzieher, Awo), Nico Gockel (Kaufmann im Einzelhandel, Backwerk), von Sebastian Forster und Mohamed Charafi (Altenpfleger, Awo-Kreisverband Wesel).

Nach der Eingangsmoderation durch Thomas Zenge Wesendonk vom Organisationskreis ging es zu den einzelnen Standorten - jeder Junge konnte sich drei von sieben aussuchen und diese zwischen 10 und 14 Uhr in einer Zwölfergruppe besuchen. Mitarbeiter des JAK begleiteten die Jungen auf ihrer Tour, gaben ihnen Orientierung und regten sie zur persönlichen Auseinandersetzung an. In der Mittagspause gab es ein vollwertiges vegetarisches Essen aus dem "Canapé" sowie selbst gemachte Salate aus dem Workshop mit Manuel Stiefel.

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Dort wurde für einen leckeren Bauernsalat buntes Gemüse geschnippelt, in großen Schüsseln mit Olivenöl, Balsamicoessig vermengt und mit Salz, Pfeffer und Kräutern gewürzt. "Das beste Werkzeug eines Kochs sind die Hände", so Stiefel, der seit 22 Jahren "in der Küche steht" und den mehr oder weniger interessierten Jungen auch die jeweiligen Vitamine erklärte. "Kalte Speisen muss man stärker würzen, aber das sieht ja schon gut aus. Ich freue mich aufs Mittagessen."

Kurz probiert und ab ging es für die Gruppe zur nächsten Station - etwa zu Fabian Filzmoser. Der Erzieher in einem Awo-Kindergarten versuchte den Jungen deutlich zu machen, wie man mit kleinen Kindern umgeht, Vertrauen zu ihnen aufbaut. "Ich bin ein Leihpapa", erklärte er. Wichtig, aber oft auch schwierig sei es, alle Kids gleich zu behandeln. "Manchmal muss man auch schimpfen." Es sei aber immer schön zu sehen, wie die Kinder größer werden. Nach dem dritten Durchlauf der Workshops fand die "Männerbörse" mit einer gemeinsamen Verabschiedung und Fotoaktion ihren Abschluss. Mit durchweg positiven Erfahrungen gingen die Jungen nach Hause.

(P.N.)
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