Warum die Neutor-Galerie die Einkaufsstadt Dinslaken verändert hat

Unsere Woche : Die Neutor-Galerie hat Dinslaken als Einkaufsstadt verändert

In den fünf Jahren ihres Bestehens ist die Neutor-Galerie zu einem Teil von Dinslaken geworden.

Es gab Zeiten, da bot der Neutorplatzes einen traurigen Anblick. Denn da stand in zentraler Lage in der Dinslakener Innenstadt das Hertie-Kaufhaus, das geschlossen worden war. In früheren Zeiten war es ein moderner Einkaufstempel gewesen, mit einem Dachparkplatz, der aber schon zu der Zeit, als das Kaufhaus noch geöffnet war, nicht mehr genutzt wurde, weil die Wartung und Instandhaltung des Fahrstuhls, der die Autos auf das Parkdeck beförderte, zu kostspielig war. Der leerstehende Gebäudekomplex verkam zusehends. Dann schlug die Stunde des Dinslakener Bauunternehmers Walter Hellmich. Er hatte langen Atem bewiesen, konnte die Immobilie nach zähen Verhandlungen schließlich von den damaligen Besitzern erwerben und baute darauf die Neutor-Galerie, die vor fünf Jahren eröffnete und den Kunden seither unter einem Dach viele Fachgeschäfte und Shops bietet.

Mit der Verwirklichung dieses ehrgeizigen Vorhabens, in seiner Heimatstadt ein Shoppingcenter mit einer Investitionssumme von rund 120 Millionen Euro zu bauen, hat Walter Hellmich die Stadt Dinslaken auch nachhaltig verändert – und nicht zu ihrem Nachteil. Die immer mal wieder geäußerte Befürchtung, die Neutor-Galerie würde die Kunden abziehen, was dazu führen könnte, dass die Neustraße als Einkaufstraße darunter leiden und veröden würde, ist nicht eingetreten. Die Neustraße hat weiterhin ihr eigenes Flair und sich behauptet. Sicherlich gab in den zurückliegenden Jahren Veränderungen. Geschäfte, die an der Neustraße ansässig waren, gaben auf. Auch in der Neutor-Galerie konnten sich nicht alle Läden halten. So manches Geschäft  musste schließen, weil die Umsätze nicht stimmten. Anfangs strömten die Kunden in das neue Einkaufscenter. Nur einen Monat nach der Eröffnung konnte bereits der 500.000 Besucher begrüßt werden. Nach der anfänglichen Euphorie kam bei einigen die Ernüchterung.  Die Umsätze sprudelten nicht mehr so, als der Glanz des Neues zu verblassen begann. Da zeigte sich, dass auch Geschäftsleute einen langen Atem brauchen, den nicht jeder hatte.

In den fünf Jahren ihres Bestehens ist die Neutor-Galerie zu einem Teil von Dinslaken geworden und gehört genauso zur Einkaufsstadt wie die Neustraße und der Altmarkt. Es hat sich aber auch gezeigt, dass weiterhin am Verhältnis Neutor-Galerie und Innenstadt gearbeitet werden muss, denn beide sind voneinander abhängig, auch wenn so mancher den Eindruck hat, dass gemacht wird, was die Neutor-Galerie vorgibt.

Ich wünschen Ihnen ein schönes, erholsames Wochenende und viel Spaß auf der Martinikirmes in Dinslaken.

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