Warnstreik in Dinslaken und Voerde: Awo-Kindergärten waren geschlossen

Gewerkschaft Verdi hatte aufgerufen : Streik trifft Kitas und Seniorenzentren

Awo-Kindergärten waren geschlossen, in den Seniorenheim gab es Notpläne.

Der Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Verdi der Bezirke Linker Niederrhein und Duisburg-Niederrhein für Dienstag, dem Tag der zweiten Verhandlungsrunde mit dem Arbeitgeber, die Beschäftigten inklusive der Auszubildenden und Praktikanten aller Einrichtungen des Awo-Kreisverbandes Wesel und der Awo-Seniorendienste Niederrhein gGmbH im Ringen um mehr Lohn aufgerufen hatte, blieb auch in Dinslaken und Voerde nicht ohne Wirkung: Die vier Awo-Kindertagesstätten in Dinslaken – in Voerde betreibt die Awo keine Kita – blieben geschlossen, auch in den Seniorenzentren, die der Kreis- und der Bezirksverband der Awo in Dinslaken und Voerde betreiben, sind Mitarbeiter in den Ausstand getreten.

Die Eltern der Kindergartenkinder – betroffen sind die Teerstraße, das Hardtfeld, die Katharinen- und Averbruchstraße – wurden laut Sabrina Wiatrek, Leiterin der Kita Averbruchstraße, bereits im Vorfeld informiert. „Einen Tag zu überbrücken ist meist möglich“, sagt sie.

Weil Senioreneinrichtungen aber nicht einfach schließen können, wurden dafür mit Verdi Notdienstvereinbarungen getroffen, die auch im Streikfall „die Versorgung der Bewohner jederzeit grundsätzlich sicherstellen“, erklärt Carsten Weyand, Geschäftsbereichsleiter der Awo-Seniorendienste im Kreis Wesel. „Aber die Nebenbereiche fallen dann in sich zusammen, die Verwaltungen und Pforten sind nicht besetzt, es gibt Serviceeinschränkungen und es gibt keine überbordenden sozialen Betreuungsleistungen“.

Die Notdienstvereinbarungen seien für jedes einzelne Haus abgestimmt worden, erklärt Dagmar Bals, Leiterin des Voerder Seniorenzentrums „Altes Rathaus“. Damit werde das existenzielle Angebot das Seniorenheims, die Pflege und die Mahlzeiten, gewährleistet. Alles, was die hauptamtlichen Kräfte der Awo ansonsten im psychosozialen Bereich in Einzelbetreuung oder Gruppen anbietet, fällt im Falle eines Warnstreiks wie am Dienstag aus – denn dann sei man an der „Schmerzgrenze dessen, was leistbar ist“, betont Dagmar Bals. Für die Bewohner sei ein solcher Streiktag „immer sehr aufregend, weil der Tagesablauf ein anderer ist“. Statt gemeinsam werde dann auf den Zimmern gegessen, nennt die Leiterin des Seniorenzentrums „Altes Rathaus“ ein Beispiel.

Im Alten Rathaus gingen zwölf Mitarbeiter in den Ausstand, im Kurt-Schumacher-Haus in Dinslaken waren es laut Weyand 14 Mitarbeiter und drei Bufdis (Bundesfreiwilligendienst). Generell, so Weyand, sei die Teilnahmequote bei Mitarbeitern der sozialen Betreuung höher als bei den Pflegekräften.

(P.K./aha)