Dinslaken: Walsumer Kleiderkammer wird nun aufgelöst

Dinslaken : Walsumer Kleiderkammer wird nun aufgelöst

Einrichtung schließt zum 30. Juni ihre Türen.

Zwei Jahre lang haben die Ehrenamtlichen der Walsumer Kleiderkammer im Vollzeitmodus gearbeitet, nun ist Schluss. Die Frankenschule in Vierlinden sowie Wohnungen in deren Nachbarschaft dienten rund 500 Flüchtlingen als Quartier, der Bedarf an Kleidung, Möbeln, Fahrrädern, Kinderwagen und Geschirr war hoch, die Spendenbereitschaft der Bevölkerung groß. Auf dem Schulgelände stellte die Stadt Duisburg der Flüchtlingshilfe Walsum Räume zur Verfügung, um die Sachspenden zu lagern, inventarisieren und dann verteilen zu können.

Zunächst ein Raum, später ein ganzer Trakt im Erdgeschoss, schließlich vier Pavillons. Als der Platz für die Spenden immer noch nicht ausreichte, kamen Garagen und zwei von der Steag gespendete Container hinzu.

Die Walsumer Kleiderkammer wurde rasch über die Grenzen des Duisburger Stadtteils bekannt und diente zudem als Anlaufstelle für Geflüchtete, wie auch für bedürftige Einheimische im Duisburger Norden. Bis zuletzt hielt der Spendenfluss das Ehrenamtsteam um die frühere Presbyterin Ingrid Beekmann auf Trab. Nun aber ist Schicht im Schacht, wie jemand aus dem Team formulierte.

Die Kleiderkammer schließt am 30. Juni ihre Türen. Der Rückgang der Geflüchteten hat dafür gesorgt, dass die Frankenschule nebst ihrer Turnhalle inzwischen leer gezogen ist, und auch die Mietverträge der Asylsuchenden in den Häusern der Nachbarschaft laufen in den nächsten Wochen aus, die Nachfrage in der Kleiderkammer ist spürbar rückläufig. Ingrid Beekmann: "Wir danken allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich für ihre große Unterstützung. Es sind wirklich tonnenweise gebrauchte und gut erhaltene Sachen bei uns angeliefert worden. Manchmal war es für unser Team ein harter Job, aber die Mühe hat sich gelohnt. Wir haben vielen Menschen helfen können, Kontakte sind entstanden, die weiter laufen, die Arbeit hat uns bereichert."

Bis zum 1. Juli wird die Kleiderkammer geräumt, das restliche Inventar an das Friedensdorf Oberhausen und die Pfarrcaritas in Moers verteilt und die Immobilien der Stadt Duisburg zurückgegeben. Damit endet ein dreijähriges bürgerschaftliches Engagement, das für Betreiber wie Klienten ein Segen war.

(RP)
Mehr von RP ONLINE