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Dinslaken/Voerde/Agen: Vor dem Referendariat ein Praktikum in Agen

Dinslaken/Voerde/Agen : Vor dem Referendariat ein Praktikum in Agen

Die freie Zeit zwischen abgeschlossenem Lehramtsstudium und Referendariat will Lisa Scheufens nutzen. Für einen Monat arbeitet sie in einer Schule in Dinslakens französischer Partnerstadt.

An der Universität Duisburg-Essen studierte Lisa Scheufens Französisch und Geschichte auf Lehramt. Nach dem Ende ihres Studiums blieben der 23-Jährigen einige Monate Zeit bis zum Beginn ihres Referendariats. Diese wollte sie sinnvoll mit Inhalt füllen. "Ich habe bereits vor zwei Jahren ein Praktikum gemacht und dachte mir, es wäre schön, das wieder in Frankreich zu machen", sagt die Studentin aus Voerde.

Aus ihren Zeiten als Schülerin am Theodor-Heuss-Gymnasium hatte sie noch den Schüleraustausch mit Agen, der französischen Partnerstadt von Dinslaken, im Kopf. Und so meldete sie sich im Rathaus, um zu sehen, ob ihr dort jemand helfen könnte, ihre Idee mit dem Praktikum in Frankreich in die Tat umzusetzen. Mit Stadtsprecher Thomas Pieperhoff fand sie einen kompetenten Ansprechpartner. "Herr Pieperhoff hat sich wirklich um alles gekümmert: Von der Gastfamilie bis hin zum Kontakt mit der Schule", erzählt Lisa Scheufens.

Schon heute geht es für die 23-Jährige mit dem Flugzeug in Richtung Frankreich. Die erste Station auf der Reise ist die südfranzösische Stadt Narbonne. "Da werde ich erst mal Urlaub machen", erzählt die Studentin. Am 1. September startet dann ihr Praktikum in Dinslakens Partnerstadt. "Die Schule, an die ich in Agen komme ist ein privates Collège. Das Besondere ist, dass es sich um eine katholische Schule handelt", erzählt Lisa Scheufens. In Frankreich sind Religion und Staat strikt getrennt, allerdings besuchen etwas mehr als 20 Prozent der Franzosen katholische Schulen. Diese sind mit dem Staat vertraglich verbundene Privatschule, auf denen die Schüler Schulgeld bezahlen.

Lisa Scheufens wird im Unterricht die jeweiligen Lehrkräfte unterstützen, besonders, wenn es um den Deutsch-Unterricht geht. "Das ist im Wesentlichen Fremdsprachen-Didaktik. Also genau das, was ich später machen werde, wenn ich selbst Französisch unterrichte", sagt sie.

Für die Studentin geht es allerdings um mehr, als nur darum, den Alltag an einer französischen Schule zu erleben. "Natürlich geht es auch um die Verbesserung der Sprachkompetenz und außerdem gibt es viele Dinge, die man nicht so einfach aus dem Französisch-Lehrbuch erfahren kann", erklärt die 23-Jährige.

Die Kultur des Nachbarlandes möchte sie in den vier Wochen bei ihrer Gastfamilie und in der Schule ebenso hautnah erleben, wie kulinarische Spezialitäten oder das typisch französische Laissez-faire. "Ich denke, ich werde dann später meinen eigenen Schülern einige Besonderheiten an Frankreich viel besser näherbringen können, als ohne den Aufenthalt dort", meint die angehende Lehrerin.

Nach rund vier Wochen Praktikum in Agen kehrt die Schülerin am ersten Oktober wieder zurück nach Deutschland. An welcher Schule sie ihr Referendariat absolvieren wird, steht bisher noch nicht fest. "Das werde ich wahrscheinlich erst erfahren, wenn ich wieder nach Deutschland zurückkomme", erklärt Lisa Scheufens.

(fla)