Dinslaken: Volksbank: Keine Schließung wegen Fusion

Dinslaken: Volksbank: Keine Schließung wegen Fusion

Die beiden Volksbanken in Dinslaken und Wesel nannten gestern den Fahrplan für den geplanten Zusammenschluss.

Die Volksbanken Rhein-Lippe Wesel und die Volksbank Dinslaken haben festgelegt, in welchen Schritten die geplante Fusion in diesem Jahr erfolgen soll. Wichtige Botschaft, die von der gestrigen Mitteilung ausgeht: "Auf die gegenwärtige Filialstruktur hatdie Fusion keine Auswirkungen", teilt die Volksbank mit. Auch fusionsbedingte Kündigungen werde es nicht geben.

320 Mitarbeiter sollen sich an 24 Standorten in den Städten Dinslaken, Hamminkeln, Hünxe, Voerde und Wesel für die Belange der Kunden einsetzen. Damit geht die Volksbank einen anderen Weg als andere Bankhäuser in der Region. Die Sparkasse Rhein-Maas hatte zuletzt etwa mitgeteilt, in Emmerich und Rees mehrere Filialen zu schließen.

Der Fahrplan: Am 29. Mai 2018 soll die Vertreterversammlung der Volksbank Dinslaken über die Fusion entscheiden, am 5. Juni 2018 die Vertreterversammlung der Volksbank Rhein-Lippe. Rückwirkend soll die Fusion dann zum 1. Januar 2018 erfolgen. Damit wird der wirtschaftliche Zusammenschluss vollzogen, den beide Häuser Mitte 2017 in einer groß angelegten Pressekonferenz mitgeteilt hatten. Die neue Bank soll den Namen Volksbank Rhein-Lippe eG tragen und eine Bilanzsumme von 1,4 Milliarden Euro aufweisen.

Beide Bankhäuser nannten gestern auch individuelle Zahlen. Die Volksbank Dinslaken eG weist (Stand: 31.12.2017) eine Bilanzsumme von 334 Millionen Euro und ein betreutes Kundenvolumen von 765 Millionen Euro auf. Sie hat 83 Beschäftigte in drei Geschäftsstellen und betreut 9.176 Mitglieder. Die Volksbank Rhein-Lippe eG, die deutlich größere der beiden Banken, verfügt über (Stand: 31.12.2017) eine Bilanzsumme von 1.034 Millionen Euro und ein betreutes Kundenvolumen in Höhe von 2.004 Millionen Euro. Sie zählt 239 Beschäftigte in 13 Geschäftsstellen und hat 22.480 Mitglieder.

  • Wesel : Volksbank: Mehrheit für die Fusion

In den vergangenen Wochen haben beide Bankhäuser ihre Vertreterversammlungen - die Vertreter der Mitglieder - über die geplanten Schritte informiert. "Große Zustimmung" hätten die Pläne gefunden, erklärten beide Bankhäuser. Drei Dinslakener und vier Weseler Informationsveranstaltungen hat es gegeben. Insgesamt rund 350 Personen nutzten die Gelegenheit. Dabei erläuterten jeweils die Vorstandsmitglieder Claus Overlöper und Gerhard Bremekamp, Volksbank Dinslaken eG, und Gerd Hüsken, Ulf Lange und Gerhard Wölki, Volksbank Rhein-Lippe eG, den aktuellen Stand der Fusionsverhandlungen.

Als Gründe für die Fusion nannten beide Häuser die großen Herausforderungen durch die anhaltende Niedrigzinsphase, immer komplexere Gesetzes- und Meldevorschriften sowie die Digitalisierung. Zusätzlich gibt es starke Konkurrenz durch Onlinebanken. Eine Fusion soll die Leistungsbreite deutlich erhöhen - die neue Volksbank will auf diese Art ihre Mitarbeiter noch mehr zu Spezialisten ausbilden können. Den Zwang, auf Dauer zu fusionieren, hatte Volksbank-Vorstand Gerd Hüsken schon bei der Pressekonferenz im Mai vergangenen Jahres deutlich gemacht: "Wenn wir uns nicht verändern, sind wir in fünf Jahren vom Markt", hatte er damals formuliert.

Weiter offen bleibt die Frage nach dem Sitz der Zentralverwaltung, die nach bisherigem Stand auf sechs Standorte nach der Fusion verteilt wäre. Ein gemeinsamer Standort ist die Lösung. Platz ist in Wesel am Großen Markt zwar noch, das Objekt ist aber nur zu 60 Prozent im Besitz der Volksbank. Die Alternative wäre ein Grundstück der Volksbank in Friedrichsfeld, das ehemalige Paurat-Gelände. Eine "Option" nannte die Volksbank diesen Standort zuletzt.

(RP)
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