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Voerde: Voerderin (28) hatte ein Drogendepot im Keller

Voerde : Voerderin (28) hatte ein Drogendepot im Keller

Marihuana, Ecstasy und Amphetamine gehörten dem Freund und waren zum Teil verschimmelt.

Wegen Beihilfe zum Drogenhandel steht seit gestern eine 28-jährige Frau aus Voerde vor dem Landgericht Duisburg. In einem Keller, der zu ihrer Wohnung gehörte, waren am 18. September 2017 erhebliche Mengen Drogen gefunden worden: Die Polizei stellte 840 Gramm Marihuana, 37 Gramm Ecstasy und drei Kilo Amphetamin sicher.

Die Drogen gehörten nicht der Angeklagten, sondern ihrem ebenfalls auf der Anklagebank sitzenden Lebensgefährten. Durch ihre Verteidigerin ließ die 28-Jährige beim Prozessauftakt ein rückhaltloses Geständnis vortragen: "Meine Mandantin hat den Keller ihrem Freund zur Verfügung gestellt. Er hatte einen Schlüssel dafür. Sie wusste, dass er mit Drogen zu tun hatte." Der Umfang sei der Angeklagten nicht bekannt gewesen.

Der wegen Drogenhandels angeklagte Freund legte ebenfalls ein Geständnis ab. Der 34-jährige Oberhausener sei durch eine Erkrankung, die mit Lähmungserscheinungen in den Beinen verbunden war, an Drogen geraten, so eine Erklärung des Verteidigers. Von seinem tödlich erkrankten Cousin habe er kurz vor der Durchsuchung dessen Drogenbestände übernommen. Auch ein Messer wurde gefunden. Darauf, dass der Angeklagte nicht der absolute Drogen-Experte ist, weist ein bemerkenswerter Umstand hin: Das Marihuana, das in Form von Blüten gefunden wurde, war aufgrund unsachgemäßer Verpackung zum großen Teil verschimmelt. Da die Polizei bei der Durchsuchung in einem Karton-Stapel auch ein Einhand-Messer fand, muss sich der Angeklagte wegen bewaffneten Handeltreibens verantworten. Dafür sieht das Gesetz eine Mindeststrafe von fünf Jahren vor. Doch der 34-Jährige will keine Ahnung gehabt haben, dass eine Waffe im Keller lag. Das wird durch die Einlassung seiner Freundin unterstützt: Die Frau sagte aus, es soll ursprünglich im Wagen des Lebensgefährten gelegen haben. Weil das Auto in die Inspektion sollte, habe sie das Fahrzeug ausgeräumt und das Messer zusammen mit anderen Gegenständen in einen Karton im Keller gelegt.

Das Verfahren soll am Freitag kommender Woche abgeschlossen werden.

(bm)