Voerder Landfrauen planen Lebensmittelausgabe für bedürftige Senioren

Gesucht wird ein Raum : Landfrauen planen Essensausgabe für bedürftige Senioren

Die Voerder Landfrauen zeigen Flagge gegen Altersarmut. Sie informierten auf dem Wochenmarkt über die Problematik. Nun planen sie, einmal im Monat Lebensmittel an bedürftige Rentner auszugeben.

„Das Armutsrisiko ist bei Senioren größer als in der übrigen Bevölkerung“, sagt Bärbel Klenner, Vorsitzende der Landfrauen Voerde. Und dies bedeute für etliche Menschen, dass sie als Rentner oder Rentnerin im Alter noch jobben müssten, um über die Runden zu kommen. Dabei sei eine „geringe Rente vor allem ein Frauenproblem“, so die Vorsitzende der Landfrauen, und sie verweist darauf, dass die monatliche Durchschnittsrente der Frauen im Westen gegenwärtig bei 622 Euro liege. „Altersarmut trifft auch Landfrauen, denn in der Landwirtschaft werden keine hohen Renten gezahlt. Oft unterstützen die Nachfolger auf Höfen ihre Vorgänger finanziell“, wie Bärbel Klenner zu berichten weiß. Sie ist überzeugt, dass die Problematik noch zunehmen wird.

Auch deshalb haben die Voerder Landfrauen sich dieses drängenden Themas angenommen und machten bei den Aktionstagen des Deutschen Landfrauenverbandes, die unter dem Motto „Landfrauen zeigen Flagge“ standen, auf Altersarmut aufmerksam. Auf dem Voerder Wochenmarkt bauten die Frauen ihre grünen Pavillons auf, die mit Fähnchen und Luftballons geschmückt wurden. Dann informierten sie die Passanten über die Thematik und führten etliche Gespräche. „Alle waren sehr offen für das Thema“, erinnert sich Bärbel Klenner. Viele Männer und Frauen seien froh gewesen, dass sich jemand der Problematik der Armut im Alter annehme. Bürgermeister Dirk Haarmann gehörte zu den Besuchern des Aktions- und Informationsstandes der Landfrauen und erörterte die Thematik mit ihnen. Auch die Gleichstellungsbeauftragte Bettina Loogen und Waltraud Krüger, Vorsitzende des Landfrauenverbandes Kreis Wesel, waren unter den Gästen.

Die Voerder Landfrauen informierten über ein Projekt, das ihnen am Herzen liegt: Sie planen die „Einführung einer Lebensmittelausgabe, um die größte Not zu lindern“, wie Bärbel Klenner gegenüber der RP sagte. Der Vorsitzenden und ihren Mitstreiterinnen schwebt vor, dass beispielsweise einmal im Monat gespendete Lebensmittel an bedürftige Rentner ausgegeben werden. „Denn wenn das Geld knapp ist, sparen etliche ältere Menschen bei den Lebensmitteln.“ Um dieses Projekt umzusetzen, wird allerdings ein Raum benötigt, wo die Ausgabe stattfinden kann und Lebensmittel gelagert werden können. Der Standort sollte in der Voerder Innenstadt liegen und gut zu erreichen sein, wie Klenner sagte. Während die Aktion „Landfrauen zeigen Flagge“ lief, hätten bereits einige Männer und Frauen erklärt, das Projekt unterstützen zu wollen. Der Bürgermeister habe zugesagt, die Landfrauen bei der Suche nach einem Raum zu unterstützen. Die Vorsitzende will Gespräche mit der Dinslakener Tafel führen, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Zudem sollen weitere Unterstützer ins Boot geholt werden.

Die Voerder Landfrauen haben sich des Themas der Altersarmut angenommen. Foto: dpa/Armin Weigel

Die Voerder Landfrauen machen sich auch für die Einführung eines Sozialtickets für den öffentlichen Nahverkehr stark. Denn Tickets für Busse und Bahnen seien für ältere Menschen oftmals einfach zu teuer. Daher sollen über diese Thematik Gespräche mit öffentlichen Verkehrsbetrieben geführt werden.

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