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Voerde: Voerder Kämmerin wird Vizepräsidentin

Voerde : Voerder Kämmerin wird Vizepräsidentin

Die Beigeordnete Simone Kaspar verlässt Mitte Februar die Stadtverwaltung und geht nach Herne. Dort wird die 47-Jährige dann Stellvertreterin des Chefs der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen.

Dass Simone Kaspar sich beruflich neu orientiert und Voerde verlassen will, hatte sich abgezeichnet, wie die RP bereits berichtete. Gestern nun sah die Beigeordnete und Kämmerin der Stadt Voerde es an der Zeit, sich zu positionieren. "Ich werde Stellvertreterin des Präsidenten der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen, der Wechsel ist zum 15. Februar dieses Jahres geplant", erklärte Kaspar. Das Landeskabinett müsse noch seine Zustimmung geben, doch sei dies eine Formalie.

Bis zu ihrem Wechsel will die Beigeordnete in Voerde einiges abwickeln, einige Aufgaben einstielen, wie sie sagte. Engagiert ist sie auch noch beim Voerder Karnevalszug, der sich am Tulpensonntag durch die Innenstadt schlängeln wird und zu den Großveranstaltungen zählt. Sie wird wieder auf einem der Karnevalswagen mitfahren. Für die anstehenden Haushaltsberatungen will sie die ein oder andere noch benötigte Information aufbereiten. Zudem befinde die Kommune sich gegenwärtig mitten im Jahresabschluss 2017. "Ich hinterlasse ein arbeitsfähiges und hoch engagiertes Team", sagt Simone Kaspar, die die Voraussetzungen für die Kontinuität in der Fortführung ihrer Arbeit als vorhanden ansieht. Die Politik müsse sich überlegen, wie sie den Verwaltungsvorstand aufstellen wolle. Kaspar hofft, dass die Kämmerer-Position zeitnah besetzt wird, damit ihr Nachfolger oder ihre Nachfolgerin die anstehenden Aufgaben weiterführen kann. Die Haushaltsstrategie bleibe die gleiche, denn sie sei unabhängig von der Person, aber abhängig von gesetzlichen Vorgaben und Ratsbeschlüssen. "Wir sind in Voerde gut aufgestellt, mit einer soliden Aussicht auf den Haushaltsausgleich 2020", sagte die Kämmerin.

Am 11. Januar hat sich der Verwaltungsrat der Gemeindeprüfungsanstalt nach Aussage von Simone Kaspar für sie als Vizepräsidentin entschieden. Sie freut sich auf die neue Aufgabe und sieht diese als eine Herausforderung an, der sie sich gerne stellt. In den zurückliegenden Jahren hat sie, wie sie gestern erklärte, mit Interesse die Entwicklung der Gemeindeprüfungsanstalt beobachtet. Die Behörde mit Sitz in Herne ist in den Bereichen Organisationsberatung und Beratung in wirtschaftlichen Angelegenheiten für Kommunen tätig. "Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen, die ich im kommunalen Bereich gesammelt habe, in meiner neuen Position anderen Kommunen zur Verfügung stellen zu können", so Kaspar. Wirtschaftlichkeit und Steuerungsfähigkeit der Verwaltung sowie die Aufrechterhaltung kommunaler Selbstständigkeit seien Themen, mit denen sie sich intensiv befasst habe.

Simone Kaspar wird Voerde vor Beendigung ihres bis 2020 laufen Vertrages verlassen. Zwar hätte sie, wie sie gestern sagte, für eine Wiederwahl zur Verfügung gestanden, doch gilt es als unwahrscheinlich, dass sie gewählt worden wäre. Sie kam 2012 vom Kreis Recklinghausen nach Voerde, konnte damals auf die Unterstützung der CDU bauen. 2014 bewarb sie sich um das Amt des Voerder Bürgermeisters, unterlag aber dem Sozialdemokraten Dirk Haarmann. Der organisierte später als Verwaltungschef die Vorstandsbereiche neu, reduzierte die Aufgaben von Kaspar, damit diese sich intensiv um die Finanzen der Stadt kümmern konnte.

Unterschiedliche Positionen, beispielsweise zur Erhöhung der Grundsteuer B, führten zum Bruch zwischen der CDU und der Kämmerin, die von da ab nicht mehr auf die Unterstützung der Christdemokraten bauen konnte. "Als Kämmerin muss man konsequent sein und auch mal nein sagen können." Positiv fällt nach Aussage von Kaspar die Bilanz ihrer Tätigkeit in Voerde aus, viele zukunftsträchtige Entscheidungen zum Wohle der Stadt Voerde seien getroffen worden. Stolz ist sie auf die Comenius-Gesamtschule. Tiefpunkte vermochte sie gestern nicht zu sehen, wohl aber Herausforderungen, die sie angenommen habe. Die Umstrukturierung der Vorstandsbereiche sei eine Enttäuschung für sie gewesen, aber auch eine "wertvolle Erfahrung" für ihre berufliche Laufbahn. "Ich habe jede Minute in Voerde genossen. Voerde wird weiterhin ein Teil meines Lebens sein", so Kaspar.

(hsd)