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Voerder Grüne verzichten auf Bürgermeisterkandidaten

Klare Aussage : Voerder Grüne verzichten auf Bürgermeisterkandidaten

Ob und wen die Partei unterstützt, wird in der Ortsverbandsversammlung im Herbst geklärt.

Der Vorsitzende der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Stefan Meiners, räumt mit der von CDU-Seite geäußerten Behauptung auf, er wolle als Bürgermeisterkandidat bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr seinen Hut in den Ring werfen. Seine Partei habe „definitiv keine Ambitionen“, einen Bewerber um den Chefposten im Voerder Rathaus ins Rennen zu schicken, erklärte Meiners. Nach der Erklärung des Klimanotstandes in Voerde, den die Grünen als Antragsteller mit Unterstützung aller SPD-Vertreter im Stadtrat auf den Weg gebracht hatten, hatte CDU-Fraktionschef Ingo Hülser den Sozialdemokraten vorgeworfen, aus Kalkül so gehandelt zu haben. Die SPD wolle nicht, dass die Grünen einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen. Hülser glaubt, dass die Partei – beflügelt durch die Ergebnisse der Europawahl in Voerde – dafür einen Anspruch sehe. „Voerde ist nicht der Bund und nicht Europa“, entgegnet ihm Meiners. Außerdem findet er, dass eine Partei nur dann einen eigenen Kandidaten aufstellen kann, wenn sie den Wahlkampf „zu 100 Prozent durchziehen kann“. Dafür hätten die Grünen in Voerde nicht die Personalstärke.

Dass der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten „dieses Gerücht“ streue, ist nach Ansicht von Stefan Meiners wahltaktisch motiviert und soll, „wenn es oft genug gesagt wird“, die Grünen dazu bringen, das Spitzenamt in der Voerder Verwaltung anzustreben. Die CDU könne erfolgreich keinen Bürgermeisterkandidaten aufstellen, wenn die Grünen keinen eigenen haben, konstatiert Meiners mit Verweis auf die Abschaffung der Stichwahl. Gegen den Amtsinhaber anzutreten, sei schwierig. Der aber würde „geschwächt“, wenn die Grünen einen eigenen Bewerber für den Bürgermeisterposten hätten, da er an ihn Stimmen abgeben werde.

Ob die Grünen den amtierenden SPD-Bürgermeister Dirk Haarmann – mit ihm habe seine Fraktion „sehr, sehr gute Erfahrungen“ gemacht – oder einen anderen Kandidaten aktiv unterstützen werden, dazu kann Meiners noch nichts sagen. Diese Frage soll auf der für Herbst geplanten Versammlung des Ortsverbandes geklärt werden, bei der auch die Kandidatenliste für die Kommunalwahl aufgestellt wird.

(mt)