Voerde: Voerder FDP-Chef Torsten Larek tritt zurück

Voerde : Voerder FDP-Chef Torsten Larek tritt zurück

Meinungsverschiedenheiten mit Bernhard Benninghoff, dem starken, alten Mann der Liberalen

In der Voerder FDP gibt es Spannungen, die dazu geführt haben, dass Torsten Larek als Ortsverbandsvorsitzender zurückgetreten ist. Und dies, wenige Tage nachdem er auf dem Ortsparteitag der Liberalen Mitte Janaur erneut zum Vorsitzenden gewählt worden war. Seinen Schritt begründete Larek gestern gegenüber der Rheinischen Post mit "persönlich-politischen Gründen". Seine weiteren politischen Ämter (als Mitglied im Ausschuss für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung der Stadt Voerde sowie als sachkundiger Bürger der FDP-Fraktion) lässt er ruhen. Seinen Platz drei auf der Reserveliste der Voerder FDP für die bevorstehende Kommunalwahl im Mai hat Larek abgegeben.

Die Amtsgeschäfte des Vorsitzenden hat nun dessen Stellvertreterin Michaela Niewerth übernommen. Zu den Gründen des Rücktritts von Torsten Larek wollte sie sich nicht äußern. "Ich bin in die Entscheidungsfindung nicht einbezogen gewesen", erklärte die Rechtsanwältin. Da der Vorstand weiterhin funktionsfähig ist, wird daran gedacht, den Posten des Parteivorsitzenden erst später neu zu besetzen — möglicherweise nach der Kommunalwahl.

Bernhard Benninghoff, der starke Mann in der Voerder FDP, der seine Partei nachhaltig geprägt hat und mit 79 Jahren noch nicht daran denkt, sich politisch zurückzuziehen und deshalb bei der Kommunalwahl erneut kandidiert, vermutet, dass der Rücktritt mit der Kampfabstimmung während des Parteitags zusammenhängt. Werner Ellenberger kandidierte ebenso wie Benninghoff für Platz eins der FDP-Reserveliste und unterlag. Die Mitglieder wählten Bernhard Benninghoff, der damit auch im neuen Voerder Stadtrat, so die FDP wieder mit mehreren Vertretern in das Kommunalparlament einzieht, den Fraktionsvorsitz übernehmen dürfte. Benninghoff zu seiner Kandidatur: "Die Kommunalpolitik macht mir nach wie vor große Freude, deshalb mache ich weiter."

Keinen Hehl macht das liberale Urgestein daraus, dass es zwischen ihm und Torsten Larek, der knapp zwei Jahre Parteichef war, in der letzten Zeit Meinungsverschiedenheiten gegeben hat. Politisch tendiere Larek wohl eher zu Ellenberger. Zu Einzelheiten wollte sich Benninghoff, der vor der Kommunalwahl im Mai seinen 80. Geburtstag feiert, allerdings nichts sagen.

Voraussichtlich wird Ende Februar ein außerordentlicher Parteitag der FDP stattfinden. Dann soll entschieden werden, wie der frei gewordene Platz drei der Reserveliste besetzt wird, ob durch Nachrücken oder durch Nachwahl. Zudem wir dann auch festgelegt, wann der neue Vorsitzende gewählt werden soll.

(RP)
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