Feuerwehr im Dauereinsatz Sensoren registrieren Aufprall – Leitstelle geht vom Schlimmsten aus

Voerde · Zwei Brände, ein Verkehrsunfall – eine ereignisreiche Nacht liegt hinter der Feuerwehr Voerde. Die Alarmierung zum Unfallort ließ Schlimmes vermuten. Doch der Sachverhalt war anders als erwartet.

Die B8 wurde während der Unfallaufnahme durch die Polizei teilweise gesperrt.

Die B8 wurde während der Unfallaufnahme durch die Polizei teilweise gesperrt.

Foto: Feuerwehr Voerde

Ereignisreich war die Nacht zum Mittwoch für die Feuerwehr Voerde, wie diese berichtet.

Gegen 1 Uhr wurden die Einheiten Friedrichsfeld und Spellen zu einer brennenden Gartenlaube in der Kleingartenanlage an der B8 im Ortsteil Friedrichsfeld alarmiert. Bei Eintreffen der ersten Kräfte stand die Laube bereits im Vollbrand.

Wegen der engen Wege hatten die großen Feuerwehrfahrzeuge Schwierigkeiten, in die Nähe der Laube zu kommen, woraufhin sich der Einsatzleiter für einen Löschangriff aus zwei Richtungen entschied. Die Einheit Friedrichsfeld griff aus der Kleingartenanlage heraus an, die Einheit Spellen überwand einen rund zwei Meter hohen Zaun von der B8 aus und griff von der südwestlichen Seite aus mit insgesamt 3 C-Rohren an. Durch das konzentrierte Vorgehen und eine eingerichtete Riegelstellung konnte ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude und Lauben verhindert werden.

Brand einer Gartenlaube an der B8

Brand einer Gartenlaube an der B8

Foto: Feuerwehr Voerde

Während der Löscharbeiten wurde eine gefüllte Propangasflasche gefunden, nach draußen gebracht und dort gekühlt wurde. Menschen kamen bei dem Einsatz nicht zu Schaden. Die ausgebrannte Gartenlaube wurde im Anschluss der Aufräumarbeiten an die Polizei übergeben, und die beiden beteiligten Einheiten Friedrichsfeld und Spellen kehrten gegen 3.30 Uhr in der Früh zu ihren Standorten zurück.

Weiterer Brand einer Gartenlaube

Gegen 6 Uhr am Morgen wurden die beiden Einheiten erneut zu einer brennenden Gartenlaube auf der Alten Mittelstrasse am Bahndamm der Bahnstrecke Wesel - Oberhausen alarmiert. Auch diese stand bei Eintreffen der ersten Kräfte bereits im Vollbrand. Zwei dort gelagerte Propangasflaschen explodierten direkt zu Beginn der Löscharbeiten, woraufhin sich die Einsatzleitung hier für einen Löschangriff aus geschützter Stellung mit zwei C Rohren entschied.

Da die Flammen bereits auf die Böschung des Bahndamms übergegriffen hatten, wurde über die Leitstelle der Feuerwehr eine Sperrung der betroffenen Bahnstrecke beim Betreiber angefordert. Erst nach bestätigter Sperrung des Bahnbetreibers konnte mit einem weiteren C-Rohr der brennende Bahndamm gelöscht werden. Die Wasserversorgung der gesamten Einsatzstelle musste über das kürzlich erst in Dienst gestellte Tanklöschfahrzeug und eine rund 200 Meter lange Wasserförderstrecke sichergestellt werden.

Bei beiden Brandeinsätzen wurde der „Gerätewagen Logistik" des Standortes Voerde Stadtmitte für die zentrale Ersatzbestückung der verbrauchten Atemschutzgeräte noch an der Einsatzstelle und des Abtransportes der verrauchten Einsatzbekleidung eingesetzt. Die Einheiten Friedrichsfeld und Spellen waren gegen 11 Uhr am Mittwoch mit den Aufräumarbeiten und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft fertig.

Noch während die Einheiten Friedrichsfeld und Spellen mit der Brandbekämpfung der Gartenlaube auf der Alten Mittelstraße beschäftigt waren, kam es gegen 7 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit einem Transporter und einem SUV im Einsatzbereich der Einheit Friedrichsfeld. Gemäß der stadtweit geregelten „Alarmierungs- & Ausrückeordnung" wurden die Einheiten Möllen und Löhnen, sowie der Einsatzleitwagen, der Rüstwagen und ein weiteres Hilfeleistungslöschfahrzeug aus dem Standort Voerde Stadtmitte zum Verkehrsunfall geschickt.

Am Verkehrsunfall beteiligt war ein Transporter nebst Anhänger und ein hochwertiger SUV mit Hybridantrieb. Bei dem Verkehrsunfall selbst wurden die zwei Personen im Transporter und auch der Fahrer des SUV nicht im Fahrzeug eingeklemmt – alle drei Personen konnten die Fahrzeuge noch vor Eintreffen der Feuerwehr selbstständig verlassen.

Sensoren registrieren den Aufprall

Die Aufprallsensoren des SUV hatten allerdings den Aufprall registriert und automatisch einen Anruf des SUV mit der Leitstelle des Fahrzeugherstellers aufgebaut (der sogenannte "eCall"). Der Fahrer des SUV war zu dieser Zeit nicht mehr im Fahrzeug, konnte daher nicht mit dem Disponenten der Leitstelle des Fahrzeugherstellers sprechen. Dieser ging daraufhin von einem schweren Verkehrsunfall aus und alarmierte automatisch die Leitstelle der Feuerwehr mit dem Einsatzstichwort „Hilflose eingeklemmte Person", die daraufhin neben der Feuerwehr noch zwei Rettungswagen aus Voerde und Dinslaken, sowie einen Notarzt aus Wesel zur Einsatzstelle entsandte.

Die eintreffende Feuerwehr bemerkte eine Rauchentwicklung am SUV und nutzte die vor einiger Zeit angeschafften internetfähigen Tablet PCs der Feuerwehrfahrzeuge dazu, die technischen Hersteller-Datenblätter des SUVs zu suchen und mit diesen Informationen die Hochvoltbatterie des Hybrid-SUVs korrekt abzuklemmen. Sodann stellte die Feuerwehr den Brandschutz an der Unfallstelle sicher und nahm auslaufende Betriebsstoffe auf. Zwei Personen, leicht verletzt, wurden durch die Rettungswagen zu weiteren Untersuchungen in ein örtliches Krankenhaus gebracht.

Die B8 wurde während der Unfallaufnahme durch die Polizei teilweise gesperrt. Der Einsatz dauerte rund eine Stunde.

(RP)