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Voerde: Voerde vermarktet erste Spielfläche

Voerde : Voerde vermarktet erste Spielfläche

Im März hieß es, dass der Rat über die Aufgabe von Spielplätzen Ende 2018 im Gesamtpaket beschließt. Im Fall "Jahnstraße" ist die Sache schon entschieden.

Die Stadt will, so ist es erklärtes Ziel, ihre Spiel- und Bolzplätze in ganz Voerde sanieren beziehungsweise qualitativ aufwerten - und damit dies unter Berücksichtigung der aktuellen Gegebenheiten und Notwendigkeiten passiert, wird der aus 1992 stammende und damit stark in die Jahre gekommene Spielflächenbedarfsplan aktualisiert.

Neue Plätze sollen geschaffen, die Bedingungen auf stark frequentierten verbessert, andere Flächen verkleinert und weitere, von denen "einige noch nie als Spielflächen ausgebaut waren", aufgegeben und sukzessive vermarktet werden. Die Erlöse sollen in die verbleibenden Plätze fließen. Hierzu habe der zuständige Arbeitskreis Vorschläge vorgelegt, über die der Stadtrat Ende dieses Jahres im Gesamtpaket entscheiden soll. So hatte es vor einigen Wochen die SPD-Fraktion, die eine Aktualisierung des Spielflächenbedarfsplans beantragt hatte, beton.

Im Fall der Spielfläche "Jahnstraße" - eine von insgesamt zehn, die aufgegeben werden sollen - ist eine Vermarktung und damit Aufgabe indes schon beschlossen. Der Rat hat dafür am 20. März in nichtöffentlicher Sitzung grünes Licht gegeben, und seit kurzem bewirbt die Stadt für das fast 1660 Quadratmeter umfassende Gelände auf ihrer Webseite die Vergabe von vier Baugrundstücken zur Errichtung von zwei Doppelhäusern mit pro Hälfte etwa 80 Quadratmetern Grundfläche.

Nach Ansicht der Stadt ist das Vorgehen mit der für Ende dieses Jahres angekündigten Gesamtbeschlussfassung durchaus vereinbar: Das Grundstück könne nach der Vorberatung im Arbeitskreis und im Ausschuss für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung bereits vor einer umfassenden Entscheidung des Rates zum Spielflächenbedarfsplan verkauft werden, weil es bis dato nie als Spielfläche möbliert, sondern nur als solche ausgeschildert gewesen sei, und es somit um keinen "echten Rückbau" gehe, erklärt Wilfried Limke.

Zudem führt der Erste Beigeordnete ins Feld, dass im Gegensatz zu anderen Grundstücken, die ebenfalls bisher nicht als Spielflächen genutzt wurden, bei dem Gelände an der Jahnstraße kein Planungsrecht zu ändern sei. Die im Zusammenhang mit einer Wohnbebauung vakante Fläche habe keine andere Widmung (Spielplätze sind in der Regel als öffentliche Grünflächen ausgewiesen), weshalb vorher kein Änderungsverfahren erforderlich sei.

"Für diese Fläche konnte insofern konfliktfrei eine Entscheidung vorweg genommen werden", argumentiert Limke weiter. Auch verweist er darauf, dass durch die erzielbaren Erlöse aus dem Verkauf der Fläche unmittelbar mehr Mittel als bislang geplant für Maßnahmen auf den Spielflächen zur Verfügung stünden, wovon letztendlich die Kinder profitierten. Der Rat hat einen Grundstückskaufpreis von 200 Euro pro Quadratmeter festgelegt - demnach ergibt sich ein Erlös von insgesamt rund 330.000 Euro.

(P.K.)