Voerde und Hünxe: Gegner und Befürworter der Zeitumstellung

Voerde/Hünxe : Uhr zurück: Eine Stunde länger schlafen

Förster, Landwirt oder Pendler: Was Menschen an der Zeitumstellung nervt.

In der Nacht zu Sonntag wird die Uhr von drei auf zwei Uhr zurückgestellt. Einige Menschen freuen sich über mehr Schlaf, andere ärgern sich über den gestörten Rhythmus. Europaweit wird zurzeit rege diskutiert, ob die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit und umgekehrt nicht abgeschafft werden sollte und man sich nicht auf eine der beiden für das ganze Jahr festlegt. Denn die Zeitumstellung hat Auswirkungen in vielen Bereichen.

Förster Michael Herbrecht aus Hünxe ist ein Gegner der Zeitumstellung: „Jedes Jahr ist es derselbe Alptraum.“ Zu dieser Zeit komme es vermehrt zu Verkehrsunfällen durch Wildwechsel. „Denn die Tiere stellen sich auf den Berufsverkehr ein und wissen, wann sie besser nicht die Straßen überqueren.“

Die Umstellung bringe jedes Mal massive Probleme mit sich, die Tiere bräuchten schon „zwei, drei Tage, um sich wieder anzupassen“. Autofahrern empfiehlt er in dieser Zeit, „höllisch aufzupassen“. Zudem weist er auf einen anderen Missstand hin, der mit der Zeitumstellung einhergeht: „Freilaufende Hunde können im Wald auf Rehe treffen, weil Spaziergänger das Gassi gehen um eine Stunde verlagern.“ Laut des Försters würden die Hunde immer mal wieder auf freilaufende Rehe treffen, da diese zu solchen Zeiten normalerweise ungestört unterwegs sind. Vor allem „Kitze seien gefährdet“. Deshalb appelliert er an die Hundebesitzer, die Vierbeiner in den ersten Tagen nach der Umstellung an der Leine zu lassen, bis sich das Wild wieder darauf eingestellt hat.

Dagegen sieht die Landwirtin Ulrike Lohmann aus Voerde die Umstellung als nicht so problematisch an. „Bei unseren rund 100 gehaltenen Milchkühen merkt man es kaum“, sagt sie. Die Futterzeiten seien eh nicht immer gleich, es könne sich auch mal um eine halbe Stunde verschieben.

Wilfried Limke, Erster Beigeordneter der Stadt Voerde, stimmt auch für die Einführung der Sommerzeit: „Dann habe ich abends noch etwas vom Tag.“ Er pendelt täglich zwischen Münster und Voerde.

Förster Michael Albrecht aus Hünxe hofft auf eine fortwährend feste Zeit, damit sich die Tiere nicht mehr unerwartet umstellen müssen. Foto: FUNKE Foto Services/Markus Joosten
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi/Heiko Kempken

Für ihn persönlich mache es morgens, wenn er zur Arbeit aufbricht, keinen großen Unterschied, ob Winter- oder Sommerzeit ist: „Wenn ich morgens um halb 7 losfahre, ist es sowieso noch dunkel.“ Der Erste Beigeordnete sieht die Zeitumstellung als „endlich“. Ursprünglich eingeführt worden sei sie laut Limke, um Energie einzusparen, nachweislich habe es nicht dazu geführt.

(ten)